Union Pacific: Der Güter-Gigant der USA

Sie ist 153 Jahre alt und gilt als eines der wertvollsten Unternehmen weltweit. Die Union Pacific Railroad (UP) fährt im ganzen Westen der USA – von Kanada bis Mexiko – Güter auf der Schiene. Was macht das Unternehmen so erfolgreich?

Der Hauptkonkurrent von UP ist die BNSF Railway, die zum grossen Teil das gleiche Gebiet abdeckt. Deren Eigentümer, Warren Buffet, musste eingestehen, dass die Erträge von UP seine um eine rekordverdächtige Summe schlagen (s. Kasten). Mit einer Umsatzrendite von 21,6 Prozent spielt das Unternehmen in einer Liga mit Apple, Intel und Google. Die UP gilt zusammen mit UPS als eine der zwei wertvollsten Transportfirmen weltweit. Wertvoller als American Airlines, Delta und United Continental zusammen.

Der Schlüssel zur bemerkenswerten Profitabilität ist eine bedachte Investitionspolitik geleitet von der Abteilung Netzwerkplanung. Eine Gruppe von Analysten, die sogenannten «smart guys», überwachen, dass nur investiert wird, wenn mindestens 15 Prozent Rendite erreicht werden. Dazu behalten die Analysten stets die Produktivität, insbesondere den Einsatz der Ressourcen und die Preispolitik im Auge.

Das Streckennetz in 23 Staaten umfasst eine Länge von 51 300 Kilometern (SBB 3100 km): Streckennetz Union Pacific

Kennzahlen

Gründung: 1862
Sitz: Omaha, Nebraska
Mitarbeitende: 47 200
Diesellokomotiven: 8500
Güterwagen: 74 500
Umsatz: 24 Mia. Dollar
(BNSF: 23 Mia. Dollar)
Gewinn: 5,2 Mia. Dollar
(BNSF: 3,8 Mia. Dollar)

Die UP transportiert hauptsächlich Kohle, Ölschiefer, Chemikalien, Autos, Container für den Handel und Landwirtschaftsprodukte (Getreide). Wobei der Transport von Kohle und Ölschiefer rückläufig ist. Dafür ist der intermodale Verkehr mit Containern ein Wachstumsmarkt. Zudem bauen namhafte Autohersteller neue Werke in Mexiko nahe der Grenze zur USA. Die langen Transportdistanzen machen die Eisenbahn im Vergleich zur Strasse konkurrenzfähig. Dabei helfen verschärfte Regelungen der Höchstarbeitszeiten für Lastwagenfahrer.

UP will sich weiter verbessern
Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Züge beträgt zur Zeit knapp 40 km/h. Diese soll möglichst erhöht werden, denn jede Erhöhung der Geschwindigkeit um knapp 2 km/h würde eine Verminderung an benötigten Lokressourcen von 200 Stück bedeuten. Zudem wird fleissig in Streckenausbauten, zum Beispiel von Einspur auf Doppelspur, investiert. Auch Rationalisierung und Innovation sind grosse Themen. Die Loks werden schon jetzt zum Rangieren von ausserhalb ferngesteuert.Union Pacific

Foto: Clay Gilliland

Eigene Polizei
Wie die meisten grossen Bahngesellschaften der USA, hat auch die Union Pacific eine eigene polizeiähnliche Abteilung, das Union Pacific Police Department (UPPD). Die als Special Agents bezeichneten Mitarbeitenden sind zuständig, gegen die Eisenbahngesellschaft begangene Verbrechen vorzugehen. Sie dürfen in allen Bundesstaaten Personen verfolgen und verhaften, und das Staats- und Bundesrecht auch ausserhalb der Anlagen von Union Pacific durchsetzen.
Das UPPD und der Begriff Special Agents dienten als Vorlage bei der Gründung des FBI im Jahr 1907.

Union Pacific-Züge aus der Vogelperspektive:

Autor

Peter Imfeld
Peter Imfeld

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