Verstärkung des Güterverkehrs in der Genfersee-Region

Im Rahmen des Projekts «Léman 2030» wurde heute der Start der Bauarbeiten für das Überholgleis zwischen Founex und Coppet bekannt gegeben. Dieses wird zugunsten des Güterverkehrs realisiert – um den Kapazitäten des Güterverkehrs trotz zunehmendem Personenverkehr gerecht zu werden. Die Kunden von SBB Cargo werden ab Ende 2019 davon profitieren können.

Die wirtschaftliche Entwicklung rund um den Genfersee verlangt Anpassungen in der Infrastruktur. Dazu kommt, dass der Schienengüterverkehr gemäss Prognosen vom Bundesamt für Raumentwicklung ARE bis 2040 um 45 Prozent zunehmen wird. Auch der Personenverkehr wird weiter zulegen. An der Medienkonferenz in Denges wurde heute der Start der baulichen Massnahmen zwischen Founex und Coppet eingeläutet. Zwischen die bestehenden Gleise wird eine zusätzliche Spur für den Güterverkehr gebaut. Der etwas langsamere Güterzug fährt auf das mittlere Gleis und lässt sich durch den schnellen Personenzug überholen. Anschliessend setzt er seine Fahrt fort.

Das Infrastrukturprojekt «Léman 2030» verbessert damit nicht nur die Bedingungen für den Personenverkehr. Der Güterverkehr profitiert ebenfalls, u.a. mit flexiblen und besseren Fahrzeiten.

v.l.n.r.: Nicolas Perrin, Anna Barbara Remund, Nuria Gorrite, Luc Barthassat

Bundesvertreter sprechen sich für den Bau des Überholgleises aus
«Der Ausbau der 750 Meter ist für eine effiziente und längerfristige Entwicklung im Bassin Lémanique unumgänglich», verstärkte Anna Barbara Remund, Vizedirektorin des Bundesamtes für Verkehr. Als klare Befürworterin begrüsste auch Nuria Gorrite, Regierungsrätin Kanton Waadt und Leiterin des Departements Infrastruktur / HR, diesen Ausbauschritt – besonders im Hinblick darauf, dass damit die Transporte auf der Strasse weiter reduziert werden können. «Aber nicht nur die grossen Verbindungen zwischen Genf und Lausanne werden vom Ausbau profitieren, auch der Regionalverkehr wird dadurch entlastet», verdeutlichte Luc Barthassat, Regierungsrat des Kantons Genf und Leiter des Departements Transport/Umwelt/Landwirtschaft, an der Medienkonferenz.

Wachstumsräume zu nutzen wissen
Auch Nicolas Perrin, CEO SBB Cargo, bestätigte: «Die Agglomeration Genf, der Grossraum Lausanne und der Wirtschaftsraum Venoge/Orbeebene sind Wachstumsräume, die es für SBB Cargo zu nutzen gilt.» Nicht nur bestehende Verkehre sollen erhalten, sondern gleichzeitig das Angebot nachfragegerecht und innovativ in den Sparten Wagenladungsverkehr, Ganzzug und kombinierten Verkehr ausgebaut werden. Genügend Kapazitäten und Fahrmöglichkeiten auf dem Schienennetz in diesen Entwicklungsräumen seien hierfür Grundvoraussetzungen. «Einen ersten Schritt haben wir heute mit dem Start zum Gleisausbau zwischen Founex und Coppet vollzogen», führt Nicolas Perrin weiter aus.

Léman 2030, eine Garantie für die Zukunft. Léman 2030 stellt sicher, dass die in einigen Jahren zwischen Lausanne und Genf erwarteten 100 000 Kundinnen und Kunden (doppelt so viele wie heute) in den längeren und häufiger verkehrenden Zügen einen Sitzplatz finden. Für den Güterverkehr ist das Projekt die Garantie für eine Abwicklung nach flexiblen und effizienten Fahrplänen mit Rangierbahnhöfen, die dem Kundenbedarf angepasst sind. Im Genferseegebiet werden auch die S-Bahn Waadt und der Léman Express von diesen Umbauten profitieren. Auf dem grössten Teil ihres Regionalnetzes werden sie den Viertelstundentakt anbieten können. Einige Beispiele für diese Grossprojekte: Vollständiger Umbau des Bahnhofs Lausanne, Modernisierung des Bahnhofs Renens, Bau eines vierten Gleises zwischen Lausanne und Renens, Bau von Kreuzungspunkten zwischen Mies und Chambésy, unterirdische Erweiterung des Bahnhofs Genf. Die öffentliche Hand investiert 3,8 Milliarden Franken.

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SBB Cargo
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