Leise Sohlen reduzieren den Zuglärm

Die Lärmbelastung durch die Güterzüge ist trotz aller Umweltfreundlichkeit der Bahn ein Problem. Seit 2005 hat SBB Cargo deshalb insgesamt 5492 Wagen lärmsaniert und unter anderem die Bremszylinder erneuert sowie Gussbremsen durch die lärmarmen und europaweit bereits zugelassenen K-Sohlen („K“ = „Komposit“) ersetzt.

Fahrende Güterwagen machen vor allem deshalb Lärm, weil ihre Räder nicht völlig rund sind. Kleine und kleinste Unebenheiten werden zum grössten Teil von den herkömmlichen Bremsklötzen aus Guss verursacht, die beim Bremsen die Laufflächen aufraue. Anders ist dies mit Bremsklötzen aus Kunststoff-Verbundstoff, den K-Sohlen. Diese schonen die Laufflächen und vermindern den Lärm um bis zu 10 Dezibel, was einer Halbierung der Lautstärke entspricht.

Auswechseln der Radsätze im Industriewerk Bellinzona

Neben diesem Austausch wurden rund 2000 neue lärmarme Wagen beschafft. Damit sind 85 Prozent aller Wagen von SBB Cargo lärmarm unterwegs und die Schweizer Güterbahn ist damit Spitzenreiter in Europa, zumal die restlichen rund 1200 alten Wagen in den nächsten zehn Jahren ausrangiert werden. Denn ein Umbau würde sich bei ihnen nicht mehr lohnen.

Zur praktischen Erprobung der günstigeren, aber noch nicht zugelassenen, LL-Bremssohlen aus Verbundstoffen („LL“ = „Low-Low“) beteiligt sich die SBB auch am Testzug „Europetrain“. Die neuartigen „Flüsterbremsen“ werden damit derzeit in Skandinavien und in Deutschland erprobt, weitere Testfahrten innerhalb Europas sollen folgen.

Dank dieser Technologie müsste an bestehenden Güterwagen nicht mehr das gesamte Bremssystem angepasst, sondern lediglich noch die konventionellen durch LL-Bremssohlen ersetzt werden. Ziel des „Europetrain“ ist es, diese Beläge in der Praxis zu testen und ihre technische Zulassung zu erreichen. Und so hört sich das an, wenn der Testzug vorbeifährt:

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