«Kupplungen schmieren, Löcher flicken, Radsätze behandeln»

3 Minuten mit… Erhard Schwendimann, Produktfachmann Serviceanlage Muttenz.

Herr Schwendimann, Sie kümmern sich mit rund 45 Kollegen in der Serviceanlage um die Wartung und Reparatur von Güterwagen. Was geht denn besonders oft kaputt?
Wir haben Löcher in den Schiebewänden, die wir flicken, wenn etwa ein Gabelstapler dort einen Schaden verursacht. Oder kaputte Trennwände und Böden im Wagen, die durch häufiges Be- und Entladen stark belastet sind. Wenn eine Anschrift am Wagen nicht mehr lesbar ist, ersetzen wir diese. Allerdings machen wir auch präventive Arbeiten und unterhalten die Wagen nach Vorschriften: Wir schmieren Kupplungen und Puffer, kontrollieren die Drehgestelle, messen die Radsätze aus. Es ist ein bunter Mix.

Entsprechend verschiedene Berufsgruppen sind hier bei Ihnen tätig.
Wir haben vom Schlosser über den Apparatebauer, Spengler, Schweisser bis hin zum Landmaschinen- und Produktionsmechaniker eine grosse Spannweite. Generell kann man sagen: Metallverarbeitende Berufe haben wir gern.

Welche Art von Wagen repariert das Team in der Serviceanlage in Muttenz?
Allen voran die sogenannten H-Wagen. Das sind alle Wagen mit Dach und Schiebewänden. Bis zu 25 Wagen reparieren wir  täglich – dank Senkanlage und Hebeböcken sogar Tonnen schwer beladene. Dagegen laufen die offenen Wagen, etwa für Holz oder Schrott, zumeist über die Serviceanlage in Dietikon, dazu gibt es auch ein kleines Team in Chiasso.

Was, wenn ein Wagen wegen einer Panne nicht mehr in die Anlage fahren kann?
Wir haben einen mobilen Einsatztrupp, den wir dann rausschicken können, um den Wagen zu entpannen oder wieder lauffähig herzustellen.

Wie lange ist die Lebensdauer eines durchschnittlichen Güterwagens?
Ich schätze zwischen 30 und 40 Jahren.

Vor mehr als 40 Jahren hat SBB Cargo zuletzt Gewinn geschrieben. Nun war es wieder soweit. Wie hat die Serviceanlage Muttenz dazu beigetragen?
Wir haben unsere Durchlaufzeiten verkürzt, und dadurch die Verfügbarkeit der Wagen gesteigert. Dazu konnten wir die Produktionsplanung verbessern. Wird ein Wagen heute repariert, geht er morgen zum Kunden.

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