Michail Stahlhut: «Nationale Barrieren aufweichen»

Michail Stahlhut, CEO von SBB Cargo International, möchte die Fahrzeit für Güterzüge von Rotterdam nach Gallarate (Italien) von heute 20 auf 15 Stunden senken. Es gelte, nationale Barrieren aufzuweichen und grenzüberschreitend zu denken, sagt Stahlhut.

Michail_Stahlhut_Leiter_SBB_Cargo_International

Wo steht SBB Cargo International nach vier Jahren Selbstständigkeit?
Michail Stahlhut: Das positive operative Ergebnis 2013 war der Lohn nach einem schwierigen Start auf dem Höhepunkt der Währungskrise. Der starke Franken hatte uns massiv belastet. Umso höher ist es einzuschätzen, dass die Eigentümer diese Phase aushielten.

Was hat die Ausgliederung gebracht?
Dank der Freiheit, die uns der Konzern gab, können wir im Wettbewerb mit anderen schlank aufgestellten Unternehmen bestehen. So haben wir den Informatikaufwand auf nahezu 1,5 Prozent gesenkt und arbeiten in allen drei Ländern mit einem einheitlichen, umfassenden System.

Wo wollen Sie noch besser werden?
Nationale Barrieren aufzuweichen und grenzüberschreitend zu denken, das ist die grösste Aufgabe. Wir wollen die Fahrzeit von Rotterdam nach Gallarate von heute gut 20 auf 15 Stunden senken. Dies ist nur mit mehr Durchlässigkeit zu schaffen.

Ihre Sorgen?
Betriebsstörungen wegen Umwelteinflüssen sowie Baustellen. Sie behindern unsere Pünktlichkeit und verteuern die Produktion.

Sie haben seit dem 1. April auch in der Schweiz eigenes Lokpersonal. Warum?
Dank direktem Zugriff auf alle Betriebsmittel können wir für alle durchfahrenen Länder eine Komplettverantwortung wahrnehmen. Dies zeichnet uns als Qualitätseisenbahn aus.

Lokführer fürchten, dass es sie mit dem Gotthardbasistunnel weniger braucht.
Solange die Wirtschaft mit der derzeitigen Kraft weitermarschiert, werden wir genug Arbeit für alle haben und wollen diese Arbeit gleich verteilen.

Dieses Interview erschien in der Ausgabe 6/14 des SBB Personalmagazins «Unterwegs». Es wurde noch vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen geführt.

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