Autsch! Globale Logistik-Trends treffen die Schweiz

Fachkräftemangel, Marktvolatilität, Kostendruck und steigende Kundenerwartungen: düstere Zeiten für die  Logistiklandschaft? Trotzdem sind die Wachstumsaussichten für 2014 positiv. Warum?

Weltweit mehr als 1700 Führungskräfte hat die Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) in Deutschland für eine neue Untersuchung befragt. Danach sehen 85 Prozent die wachsende Komplexität der Logistikketten als grösste Herausforderung für die Branche. Ursache dafür sind fragmentierte Kanäle, eine breitere Produktvielfalt und die Forderung der Kunden nach massgeschneiderten Lösungen. Ausserdem identfiziert die Studie folgende globale Schlüsseltrends:

  • Steigende Kundenerwartungen
  • Ausbau von Netzwerken
  • Zunehmender Kostendruck
  • Steigende Globalisierung
  • Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden
  • Zunahme der Marktvolatilität
  • Streben nach Nachhaltigkeit
  • Zunahme der Risiken
  • Verstärkter Einsatz moderner Technologien
Distribution inspection
Die globalen Trends stehen auch in der Schweiz im Fokus.

In der Schweiz zählt der Logistikmarkt nach den neuesten Zahlen der Standardisierungsorganisation GS1 Schweiz und des Lehrstuhls für Logistikmanagement der Universität St. Gallen etwa 177.000 Beschäftigte. Post Mail AG, Post Logistics AG, SBB Cargo AG, Swiss Post International und Planzer Transport AG sind die fünf grössten Logistikanbieter. Laut GS1 finden sich die globalen Trends aus der BVL-Studie ähnlich auch in der Schweiz wieder. Für drei Szenarien liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren laut den Experten über 50 Prozent: Fahreinschränkungen, Fachkräftemangel und gläserne Logistik. Trotz einiger Negativ-Trends lassen erste Schätzungen für dieses Jahr ein Wachstum des Schweizer Logistikmarktes um 2,5 Prozent auf 39,3 Mrd. CHF erwarten.

Warum? In den vergangenen Jahren sind der Bestand an Camions und die auf der Strasse transportierten Gütermengen stets leicht gewachsen. Nach einem Rückgang 2012 sind auch die Tonnagen wieder gestiegen, die auf der Schiene befördert werden. Zudem lässt sich insgesamt eine Zunahme der Transportleistung, also  der Tonnenkilometer, beobachten. Dies ist unter anderem auf die weiterhin wachsende Bedeutung des Onlinehandels und die Tendenz hin zu kleineren Sendungsgrössen, dafür aber häufigeren Transporten, zurückzuführen.

Der anhaltend starke private Konsum in der Schweiz wirkt sich ebenfalls positiv auf die Logistiknachfrage aus. Der zuletzt ungebrochene Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen stützt diese Nachfrage. Auch Industrie und Handel nehmen dank der guten Marktentwicklung mehr Logistikleistungen in Anspruch. Dazu gehören neben Transport- auch Umschlags- und Lagerleistungen sowie Value-added Services (z.B. Kommissionierung und Konfektionierung). Die seit Jahren hohe Bedeutung des Aussenhandels wirkt sich ebenfalls positiv auf den Schweizer Logistikmarkt aus.

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