Grosse Bescherung für Logistikanbieter

Für den Handel hat die Weihnachtssaison schon längst begonnen. In den nächsten Wochen wird die Logistik wieder verrückt spielen. Was tun die Unternehmen, um den Mehraufwand zu bewältigen?

Hochregallager
In der Weihnachtszeit herrscht Hochbetrieb im Paketgeschäft.

311 Franken – so eine Studie des Beratungsunternehmen EY – wollen die Schweizer Männer in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Die Frauen hingegen sind mit einem Budget von 272 etwas sparsamer. Zur Besorgung dieser Präsente suchen die Konsumenten am häufigsten spezialisierte Fachgeschäfte auf, aber auch Warenhäuser und Einkaufszentren.

Gleichzeitig spielen auch Onlineshops im Weihnachtsverkauf laut der Studie eine immer grössere Rolle in der Schweiz: Der Anteil an den Geschenkausgaben stieg dort innerhalb der letzten zwei Jahre von 12 auf 17 Prozent. Die Befragten schätzen vor allem die Shoppingmöglichkeit rund um die Uhr, den entspannten Einkauf fernab überfüllter Innenstädte und die riesige Auswahl.

Das zeigt sich auch in den neuesten Zahlen des E-Commerce-Report Schweiz, den die Fachhochschule Nordwestschweiz vorgelegt hat. Danach wächst der Anteil des Online-Handels in den meisten Branchen im laufenden Jahr 2014. Im gerade beginnenden Weihnachtsgeschäft sollte sich das besonders deutlich zeigen, so die dominierende Erwartung der Umfrageteilnehmer.

Die Folge: Immer mehr Pakete mit den im Internet bestellten Waren müssen zu den Konsumenten gebracht werden. Und nicht immer sind die Logistikdienstleister auf diesen Ansturm optimal vorbereitet. So kam es im vergangenen Jahr in den USA zu einem Desaster. Die Rekordzahl von 340 Millionen Pakete pro Tag mussten in den drei Wochen vor Weihnachten ausgeliefert werden – in Kombination mit einigen Winterstürmen eine unlösbare Aufgabe: Diverse Pakete kamen nicht pünktlich zur Bescherung an.

Und in der Schweiz? Über 17 Millionen Pakete hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schweizerischen Post Im letzten Jahr zwischen dem 1. und 24. Dezember zu verarbeiten. Alleine in der Woche vor Weihnachten gingen täglich mehr als doppelt so viele Sendungen durch ihre Hände als an gewöhnlichen Arbeitstagen. Die drei Paketzentren in Daillens (VD), Frauenfeld (TG) und Härkingen (SO) bewältigten zusammen rund eine Million Pakete pro Tag, was auch doppelt so viel Arbeit für das Zustell- Transport- und Rangierpersonal bedeutete.

Ausgaben zu weihnachten (1)

In diesem Jahr rechnen die Verantwortlichen kaum mit weniger Hektik. Deshalb hat die Post bereits damit begonnen, ihre Paketzentren aufzurüsten und die Sortierkapazität zu erhöhen. Dazu wurde kürzlich als erste Etappe im Paketzentrum Härkingen eine zusätzliche, noch leistungsfähigere Sortieranlage in Betrieb genommen. Statt wie bisher maximal 20 000 Pakete pro Stunde können nun 25 000 Stück sortiert werden. Auch die täglich 52 Paketzüge, die SBB Cargo für die Post bewegt, sind Teil einer effizienten Logistikkette.

Damit werden unter anderem die Päckchen des E-Commerce-Riesen Amazon befördert, der aus seinen deutschen Logistikzentren Leipzig, Graben bei Augsburg und Bad Hersfeld auch die Kunden in der Schweiz per Post beliefert. Um den zu erwartenden Ansturm zu bewältigen, stellt der Online-Händler zwischen Oktober und Ende Dezember 2014 seinen über 9000 Festangestellten wieder mehr als 10 000 Saisonmitarbeiter zur Seite. Denn im vergangenen Jahr gingen alleine am 15. Dezember, dem Spitzen-Bestelltag in der Vorweihnachtszeit, rund 4,6 Millionen Kundenbestellungen ein – sie mussten innerhalb eines Tages abgearbeitet werden.

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