Zurück im Geschäft: Ausländische Investitionen in italienische Logistikimmobilien ziehen an

Nach mehrjähriger Flaute findet der Markt für Logistikimmobilien in Italien wieder vermehrt das Interesse auch ausländischer Investoren. Unternehmen wie Vailog, Prologis oder Logicor haben kürzlich ihre Strategien für den Stiefel offen gelegt.

Die Rückkehr des ausländischen Kapitals nach Italien ist ein anhaltender Trend. Auf dem ersten Immobiliengipfel Italiens, den die Sozietät DLA Piper organisierte, diskutierten im Rahmen eines Podiums «Investitionen in die Logistik Italiens – wo ist Wachstumspotenzial?» Führungskräfte von Coca-Cola Italien, Prologis, Logicor und Vailog unter der Moderation von Alfredo Mauri, Logistik-Leiter von GVA Redilco.

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Standort in Italien: „Rückkehr zu Investitionen in Logistikimmobilien“

Klarer Kontrast zu 2013

Der Anwalt Francesco De Blasio hatte bereits ausgeführt, dass es im laufenden Jahr eine «Rückkehr zu Investitionen in Logistikimmobilien» gebe, da Rechtsdienstleistungen für den Erwerb von Einzelobjekten oder für neue Entwicklungs- projekte vermehrt nachgefragt würden. Mauri unterstrich den Einfluss ausländischer Investoren. Nach den Zahlen von GVA Redilco für 2014 waren Ende September in Italien «470 000 m² an Logistikflächen neu vermietet».

Im Jahr 2013 waren es insgesamt nur 430 000 m² gewesen. Das Mittel der letzten Jahre hingegen lag bei 625 000 m². Für die ersten neun Monate in 2014 kommt aber hinzu, dass in neue Logistikzentren im Wert von ca. 325 Mio. EUR investiert wurde. In den letzten zwei Jahren hatte sich der Markt dagegen nicht bewegt.

In Europa besonders interessant

Logicor, die europäische Tochter des Investmentfonds Blackstone, treibt ihre Netzwerkstrategie voran. «Seit 2012 haben wir fast 6 Mio. m² an Flächen erworben, davon 480 000 m² in Italien.» Man zielte dabei auf einen Mix aus Akquisitionen neuer Immobilien und den Ausbau bestehender Standorte, so Logicors Einkaufsleiter, Marco Riva. Die Auswahl erfolgte nach Renditegesichtspunkten. 2014 habe man in Italien einen Bruttoerlös von mehr als 9% erzielt. Gerade seiner niedrigen Immobilienpreise wegen betrachtet Logicor Italien derzeit als strategisch interessanter als z.B. die Märkte Niederlande, Grossbritannien oder Deutschland.

«Wie lange die Immobilien gehalten werden, hängt auch an der Entscheidung von Blackstone, Logicor an die Börse zu bringen oder zu verkaufen», sagte Riva. Ein Trend ist in der Branche aber konstant: man wird vom reinen Investor immer mehr zum Immobilien-Entwickler.

Entwickeln statt kaufen

Blackstone wird sich dabei in Italien mit dem Konkurrenten Prologis auseinanderzusetzen haben. Der neue Landesleiter Sandro Innocenti sprach von «einem Investitionsschub in Entwicklungsprojekte, nicht Zukäufe». Italien sei zur Zeit ein Markt mit guten Möglichkeiten, da die Rendite von Gewerbeimmobilien im Schnitt ca. 7,8% betrage. Innocenti erläuterte die Strategie von Prologis, aus den grossen Immobilienbeständen des heimischen Marktes die qualitativ hochwertigsten Anlagen herauszusuchen. Hohe und vor allem sichere Renditen seien das Ziel, die Methode «halten und entwickeln».

Auf Nachfrage unterstrichen alle Anbieter, dass auf spekulativer Basis keine solchen Investitionen getätigt werden könnten. Probleme mit gewissen Leerständen und wegbrechenden Kunden gehörten zum heutigen Alltag.

Der Immobilieninvestor Vailog, der zur Fabrizio Bertola-Holding gehört, ist in den letzten Jahren auf dem heimischen Markt besonders aktiv gewesen. Es wurden u.a. zwei neuen Logistikzentren für die E-Commerce-Giganten Amazon und Yoox in Castel San Giovanni, Piacenza, bzw. Bologna in Betrieb genommen. «In den letzten Jahren hatten wir unsere Aufmerksamkeit aber auch auf andere Märkte wie Frankreich, die Niederlanden und sogar China gerichtet», berichtete Sabine Hutter, Immobilien- und Projektmanager von Vailog. Aber gerade in Italien habe man etliche interessante Projekte entwickelt, wie die jüngsten Aufträge zeigen. Hutter führte weiter aus: «In Zukunft wird sich Vailog noch stärker auf den Bau von Logistikimmobilien im Bereich E-Commerce konzentrieren. Hier sehen wir interessante Möglichkeiten.»

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