Harte Fakten aus England für die EU: Die Schifffahrt ist viel wert

Im Rahmen der ersten «European Shipping Week», die Anfang März in Brüssel stattfand, unterstreicht die EU anhand von Zahlen von Oxford Economics die Bedeutung der maritimen Branche für die Wirtschaftsleistung der Gemeinschaft. Der grosse Beitrag, den die Industrie für den gemeinsamen Wirtschaftsraum leistet, wird von der Öffentlichkeit jedoch oftmals noch immer unterschätzt.

Das Profil der Schifffahrtsbranche ist in der Öffentlichkeit nicht eben besonders hoch. Ebenso wird der Wert, den die Industrie zur EU-Wirtschaft beiträgt, häufig unterschätzt. Das soll sich ändern. Das englische Institut Oxford Economics liefert in einer Anfang März veröffentlichten Studie harte Fakten im Zusammenhang mit der Bedeutung der Branche für das BIP der EU (inklusive Norwegen).

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Quelle: Exonomics

Nach Angabe der Analysten war die Schifffahrt im Jahr 2013 mit 147 Mrd. EUR am BIP der EU beteiligt (Gesamt-BIP: 13,07 Bio. EUR). Das umfasst den direkten und indirekten Einfluss. Heruntergebrochen auf einzelne Kennziffern stellt Oxford Economics folgendes fest: Der direkte Beitrag der maritimen Branche an der Wirtschaftsleistung der EU lässt sich auf 56 Mrd. EUR beziffern. 615 000 Mitarbeitende sind unmittelbar in dieser Industrie beschäftigt. Der Anteil der Leute auf See macht mit ca. 501 000 ungefähr vier Fünftel aus. 44% davon haben die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedslands der EU oder des europäischen Wirtschaftsraums (EEA).

Effizienter als der Durchschnitt
Eine weitere Kernaussage bezieht sich auf den Grad der Effizienz der Mitarbeitenden. Während Angestellte im EU-Durchschnitt 53 000 EUR des BIP generieren, liegt dieser Wert für die Schifffahrtsbranche bei 85 000 EUR.

Auch in Bezug auf den indirekten Einfluss bringt der Bericht interessante Fakten zu Tage. Oxford Economics schätzt, dass sich die indirekten Einflüsse der Schifffahrt auf das BIP der EU in 2013 auf 61 Mrd. EUR belaufen haben. Zudem hat die Branche insgesamt 1,1 Mio. Jobs entlang der Lieferkette in der Union generiert. Diesen Beitrag haben die Analysten dadurch ermittelt, dass sie eine «Input-Output-Tabelle» erstellt haben. Dadurch wird der Input erfasst, den Firmen in einem Sektor benötigen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.

Zur Verdeutlichung hilft folgendes Beispiel: Um Schifffahrtsdienstleistungen zu erzielen, die sich für 5 Mio. EUR verkaufen lassen, kauft eine Reederei Treibstoff für 1 Mio. EUR, Hafenleistungen im Wert von 1 Mio. EUR und professionelle und technische Dienstleistungen im Wert von 0,5 Mio. EUR ein. Das Unternehmen hat folglich 2,5 Mio. EUR als Bruttowert sowie 2,5 Mio. EUR an Turnover für andere Firmen entlang der Lieferkette generiert.

Darüber hinaus beziffert die Studie den Anteil der von der aus der EU kontrollierten Tonnage weltweit bei 40%. Zwischen 2005 und 2014 habe sich diese Flotte um 74% in Bezug auf die Tonnage und um 72% in Hinblick auf die gesamthafte Bruttotragfähigkeit erhöht.

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