Michail Stahlhut steht als «Alpäzähmer» Rede und Antwort

Die Vorteile der Flachbahn durch die Alpen für den europäischen Güterverkehr war das Hauptthema eines Interviews mit Michail Stahlhut, CEO von SBB Cargo International. Stahlhut gab das Interview anlässlich der transport logistic auf dem legendären Roten Sofa der Deutschen Verkehrszeitung (DVZ).

SBB Cargo auf der Messe  SBB Cargo auf der Messe
CEO Michail Stahlhut (links) mit Redaktor Sven Bennühr.

15 Minuten lang stellte sich der CEO von SBB Cargo International den kritischen Fragen des DVZ-Redakteurs Sven Bennühr. «Wir sind die Alpäzähmer», sagte Michail Stahlhut mit Blick auf das Jahrhundertbauwerk, das erstmals in der Geschichte der Schweiz eine Flachbahn tief unten im Berg möglich macht. «Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2016 wird das Marktvolumen um 50 Prozent wachsen und 15’000 Züge mehr im Jahr können im Korridor A zwischen der Nordsee und Italien befördert werden», rechnete Stahlhut vor.

Auf die Nachfrage von Sven Bennühr betonte er, dass der Gotthard-Tunnel in erster Linie für den Schienengüterverkehr konzipiert und gebaut worden sei, der Personenverkehr folge erst an zweiter Stelle. Angst vor einer Verschärfung des Wettbewerbs habe SBB Cargo International dabei nicht: «Durch das zu erwartende Marktwachstum wird der Kuchen insgesamt so gross, dass wir ihn auch als Marktführer nicht alleine bewältigen können».

Aber auch andere Fragen spielten in dem kurzen Interview eine Rolle: Von den Konsequenzen der aktuellen Franken-Stärke über die Differenzierung im Wettbewerb bis zum Lokführer-Streik in Deutschland wollte der DVZ-Redakteur Auskunft von seinem Talk-Gast. «Bei wichtigen Kriterien wie Verfügbarkeit und Pünktlichkeit liegen wir deutlich über dem Marktdurchschnitt», betonte Stahlhut. Sein Unternehmen sei auf hochfrequente Ganzzüge auf der Nord-Süd-Strecke spezialisiert, die mit Schweizer Präzision und hoher Qualität fahren.

Im aktuellen Streik der deutschen Lokführer nutze man diese Vorteile aber nicht, um dem davon betroffenen Wettbewerber Kunden abzujagen. «Wir sehen die Entwicklung in Deutschland mit einem lachenden und weinenden Auge», sagte der gebürtige Deutsche. Man sei froh über die Schweizer Sozialpartnerschaft und die Unternehmenskultur bei SBB Cargo, die das Unternehmen bisher von solchen Konflikten verschont habe.

Der Link zum Video erfolgt, sobald dieses online ist.

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