Renaissance der Güterbahn – in Brasilien

Mit chinesischer Hilfe soll in Brasilien die «Transozeanische Eisenbahn» vom Atlantik bis zum Pazifik entstehen. Die 5300 Kilometer Gleise quer über den gesamten Kontinent sind als Alternative zum Panama-Kanal gedacht.

Die «Transoceánica» wird vom geplanten Superhafen Porto do Açu nördlich von Rio de Janeiro an der Atlantikküste nach Nordwesten durch die alten Bergwerksregionen in den Teilstaaten Minas Gerais und Goiás und durch das Kernland der brasilianischen Landwirtschaft in den Bundesstaaten Mato Grosso und Rondônia bis nach Porto Velho an der Grenze zu Peru verlaufen. Von dort aus soll die Bahnlinie dann in südwestlicher Richtung den schwierigsten und umstrittensten Abschnitt durchqueren, nämlich mitten durch den Regenwald des Amazonas und durch das Andenhochland über Cusco, Puno und Arequipa bis zum peruanischen Pazifikhafen Puerto Ilo.

Das Milliardenprojekt kann den Transport von Sojabohnen, Getreide und Erzen von Brasilien sowie auch von Kupfer aus Peru nach China schneller und billiger machen: Statt zunächst mit Lastwagen über schlechte Strassen an die Atlantikküste und von dort per Schiff um die Südspitze Südamerikas gebracht zu werden, sollen die Agrarprodukte und Rohstoffe künftig mit dem Güterzug nach Puerto Ilo rollen und von dort aus über den Pazifik nach China verschifft werden. Aktuell müssen die meisten südamerikanischen Importe nach China den Panamakanal passieren, dessen Preise sich für die riesigen Frachtschiffe in den letzten fünf Jahren verdreifacht haben.

Transoceanica

Das gigantische Infrastrukturprojekt umfasst rund 5300 Kilometer an Gleisen. Über 2000 Kilometer bestehen bereits, rund 3000 Kilometer müssen neu angelegt werden. Ersten Einschätzungen zufolge wird dafür insgesamt ein Budget von rund 60 Milliarden Dollar erforderlich sein, das von China aufgebracht werden soll.

Die «Transozeanische Eisenbahn» wird die erste Zugstrecke in der lateinamerikanischen Geschichte sein, die den gesamten südamerikanischen Kontinent durchläuft und zu einer Renaissance der Güterbahn führen. Für den Warenaustausch zwischen den einzelnen lateinamerikanischen Regionen soll sie innerhalb des Hauptverkehrsnetzes zu grosser Bedeutung aufsteigen. Auch können durch die Bahnstrecke nach Meinung von Experten «massgebliche Fortschritte zur Erschliessung des brasilianischen Hinterlandes, zur Förderung der peruanischen Wirtschaft und im Integrationsprozess der lateinamerikanischen Wirtschaft» erzielt werden.

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