Auf eine Plattform

Die Zusammenarbeit der russischen, kasachischen und weissrussischen Güterbahnen in der United Transportation and Logistics Company (UTLC) schreitet voran, ist das Fazit ihres Präsidenten Petr Baskakov.

Baskakov PetrIn eurasischer Perspektive wachsen die Dimensionen, die Chancen und auch die Fragen. Petr Baskakov, Präsident der United Transportation and Logistics Company (UTLC), in der russische (RZD), weissrussische  (BC) und kasachische Güterbahnen (KTZ) zusammenwirken, sieht im Interview die Kooperation des Schienenoperateurs auf dem richtigen Weg: «Wir müssen ein einziges geschlossenes Logistiksystem werden.» Der Fahrplan hierfür ist fertig.

Hohe Ziele und technische Verbesserungen
Nach Schätzungen kann die Transportmenge auf der Schiene zwischen Asien und Europa innerhalb der kommenden sieben Jahre auf bis zu 1 Mio. Teu ansteigen – was einem Zuwachs um 750 000 Teu gegenüber dem gegenwärtigen Niveau entspräche.

Petr Baskakov
Petr Baskakov

Nachdem die Zollabfertigung auf bestimmten Rennstrecken verbessert wurde, bewältigen inzwischen Blockzüge innerhalb von 13 bis 14 Tagen die Strecke von Westchina bis Westeuropa. «Dank der eingesetzten Technologie können wir die Aufenthaltsdauer an den Grenzen inzwischen auf fünf bis sechs Stunden reduzieren», führt Baskakov aus. Der Datenaustausch in Echtzeit bedeutet viel Vorbereitungsarbeit, weswegen z.B. im Zollwesen eine eigene Abteilung als «Feuerwehr» tätig ist. Sind alle Vorbereitungen getroffen, können die Züge von UTLC im Transitverkehr Durchschnittsgeschwindigkeiten von bis zu 1100 km pro Tag erreichen.

Es stecken jedoch noch beträchtliche Verbesserungspotenziale in den vorhandenen Prozessen. Einen Kostenpunkt bilden z.B. die Leercontainer in den Verbindungen zwischen Europa und Asien, die teilweise eine mangelnde Paarigkeit von bis zu 44% aufweisen. Hier können mit einer gemeinsamen technischen Plattform zwischen dem Fernen Osten, den Transitstaaten der Mitglieder von UTLC und Westeuropa Effizienzgewinne erzielt werden.

Weitere Aspekte stellen die Ausstattung der Züge und die Frequenz der Verbindungen dar. So werden die bestehenden Blockzüge von 57 Flachwagen auf inzwischen   71 Flachwagen verlängert, worauf die russischen Frachtlokomotiven der Typen 4ES5K Jermak oder 2ES5 Skif ausgelegt sind. «Ein Zug von 1200 m Länge auf unseren Transitstrecken spart enorme Kosten, auch wenn auf den westeuropäischen Strecken 600 m realistisch sind», erläutert Baskakov. Weitere Skalierungseffekte verspricht er sich auch von dem Einsatz von doppelstöckigen Waggons. Und statt wie bisher zwei Zugabfahrten pro Woche sollen es künftig fünf sein, um die vorhandene Infrastruktur wirklich auszulasten. Es besteht also in den Kapazitäten noch Luft nach oben.

Schnelligkeit und geografischer Ausgriff 
Die UTLC ist operativ in Schwung. Immerhin war im Transitverkehr zwischen China und Westeuropa im ersten Quartal 2015 ein Zuwachs auf 80 000 Teu zu verzeichnen, was im Vergleich zum Vorjahr einer Verdopplung der Volumina entspricht.

Die Integration von UTLC geht Baskakov jedoch noch nicht weit genug. «In 2015 werden wir 85% der Integration unserer Aktivitäten abgeschlossen haben,» lautete seine Einschätzung. Ab 2016 soll UTLC dann volle Fahrt aufnehmen und alle Destinationen bedienen können, die ökonomisch sinnvoll sind. Zum kombinierten Transport hat das Unternehmen erst kürzlich  eine Zusatzvereinbarung mit Litauen getroffen, und steht mit anderen Eisenbahnbehörden in Verhandlungen. Auch in den kaukasischen Ländern sieht Baskakov Potenzial, u.a. in Aserbaidschan.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.