Mega-Projekt: Baut Deutschland einen 118 km langen Gütertunnel?

Kommt nach dem Gotthard-Basistunnel das nächste Riesenbauwerk?  Ein Ingenieur schlägt vor, den Schienengüterverkehr auf der europäischen Nord-Süd-Achse im Mittelrheintal durch einen neuen Tunnel zu führen. Das würde nicht nur den Lärm deutlich mindern, sondern die Fahrzeiten verkürzen.

Der Gotthard-Basistunnel ist für Rolf Niemeyer ein grosses Vorbild. «Genau wie die Verbindung unter dem Meer von Honshu nach Hokkaido in Japan hat man den zunächst auch nicht für möglich gehalten», erinnert der Ingenieur aus Bonn. Wenn es nach ihm geht, werden sich die in den Alpen eingesetzten mächtigen Tunnelbohrmaschinen schon bald durch den Taunus und den Westerwald fressen.

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Verläuft hier bald der längste Eisenbahntunnel der Welt?

Auf 118 Kilometern Länge soll der «Westerwald-Taunus-Tunnel» die beiden Gebirge unterqueren und die Bewohner des Mittelrheintals vom Lärm befreien, den heute täglich 250 Güterzüge auf beiden Seiten des Rheinufers verursachen. «Das Bauwerk soll ausschliesslich vom Güterfernverkehr genutzt werden», hebt Niemeyer hervor. Der Bauingenieur rechnet mit Kosten von 50 Milliarden Euro. Er schlägt zwei parallele Röhren vor, in denen die Güterzüge zunächst mit 80 bis 100 km/h und später mit maximal 160 km/h fahren sollen.

Die Tunnelbauarbeiten dürften rund 12 bis 15 Jahre dauern, ein weiteres Jahr würden technische Tests verbrauchen. «Nicht einschätzbar ist aber, welche Zeit bis zu einem Baubeginn vergehen wird», bedauert Rolf Niemeyer. Denn es sei noch völlig offen ist, wie Voruntersuchungen und Kosten-Nutzen-Analysen aussehen und ob sich überhaupt ein politischer Wille für den Tunnel herausbildet. Alles steht und fällt mit der Aufnahme des Bauvorhabens in den deutschen Bundesverkehrswegeplan 2015 in diesem Herbst. «Es gibt einen sehr grossen Willen der politischen Personen, die sagen, das ist ein zweckmässiges sinnvolles Projekt», verbreitet der Ingenieur Optimismus.

Ein Kommentar zu “Mega-Projekt: Baut Deutschland einen 118 km langen Gütertunnel?

  1. Ein wertes Hallo Herr Niemeyer.

    Als Lokführer begrüße ich ihren Vorstoß das Rheinland mit einem Bau einen Güterzug Tunnels zu entlasten.
    die Problematik die ich nur als Streckenkundiger vermute würde sein das das Wiesbadener Nadelöhr dann noch mehr Probleme hätte als jetzt schon.
    Eine neue Trasse als Tunnelbau strecke würde ich eher auf der Route Hürth nach Groß Gerau-Dornberg verplanen da es Anschlussmöglichkeiten in allen vier Richtungen Mannheim, Darmstadt, Frankfurt und Mainz Bischofsheim hätte und somit schneller verteilt werden kann. Prüfen sie bitte mal meine Idee und vergleichen sie sie oder überlegen sie sich auch wie die Auflösung des möglichen Staus ab Wiesbaden möglich wären.

    grüße ein Lokführer.

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