Zylinder am Zug

Die Walter Hunger-Gruppe ist für Ihre Hydraulik-Patente bekannt. Es war eines ihrer Grossmodule, das jüngst per Güterzug vom Main in Deutschland startete, um per Binnenschiff in Japan am Zielort anzulanden.

Der Hydraulik-Zylinder geht auf die Schiene. Foto: Hunger Hydraulik
Der Hydraulik-Zylinder geht auf die Schiene. Foto: Hunger Hydraulik

Die Hunger-Hydraulik-Gruppe hat nicht nur eine bewegte Geschichte im Osten und Westen Deutschlands, sie liefert auch weltweit ihre patentierten Grosszylinder aus. Kürzlich ging ein Schwertransport per Zug Richtung Japan ab. Befördert wurde ein 200 t schwerer und 25 m langer Hydraulikzylinder für ein japanisches Baggerschiff, das auf dem offenen Meer eingesetzt werden wird. Der Spezialzylinder ist mit einer Zugkraft von 1500 t und einem Hub von 20 m einer der grössten seines Typs weltweit.
Der Transport nahm im Herstellwerk in Lohr, Deutschland, seinen Anfang per Güterzug. Zwei Autokrane mit 500 t Hubkraft hoben den Koloss auf zwei in Europa einmalige Fahrgestelle. Der Zug bestand aus zwei zehnachsigen Tiefladewagen der Gattung Uaai sowie einem Materialwagen für die Ausstattung des Zylinders. Hinzu kamen zwei zweiachsige Leerwagen, um die Gewichtsverteilung des Zuges auf der Schiene zu optimieren.
Die Höchstgeschwindigkeit des Sonderzuges war auf 60 km/h begrenzt und betrug auf Brücken z.T. Schritttempo. Aufgrund dieser Geschwindigkeit konnte nur nachts und an Wochenenden gefahren werden.

Per See- und Binnenschiff
Nach sechs Tagen erreichte der Transport Rotterdam, wo der Zylinder im Hafen umgeschlagen wurde. Das Transportschiff stach am 3. August von den Niederlanden aus in See. Ende September wurde der Hafen von Niihama an der Ostküste der japanischen Insel Shikoku erreicht. Um zum Bestimmungsort, einem Montagehafen einer japanischen Schiffswerft zu gelangen, war allerdings ein erneuter Umschlag erforderlich.
Da die Wassertiefe des Montagehafens für ein direktes Anlegen eines Hochsee-
schiffes zu gering ist, wird der letzte Streckenabschnitt per Binnenschiff bewältigt. Das Wasserfahrzeug, das keinen Bug aufweist, wird die Verkehrsmodi im multimodalen Transport komplettieren.

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