Logistik-Cloud: Ohne Datenschutz geht‘s nicht

Bei der Speicherung von Logistik-Daten in der Cloud soll die Privatsphäre besser gewahrt werden. Dies ist das Ziel eines Projekts der Universitäten Hohenheim und Leipzig mit dem Fraunhofer-Institut.

Datenschutz
Foto: clipdealer

Um vom Absender zum Empfänger zu gelangen, läuft ein Paket durchschnittlich durch zehn Hände, sprich Spediteure, Lageristen und Zusteller. Jedes Mal werden Sendungsdaten erhoben, verarbeitet und weitergegeben. Dafür nutzt rund die Hälfte der Logistikunternehmen inzwischen das so genannte Cloud Computing. Das heisst: Die Unternehmen speichern die Daten in einer gemeinsamen Datenbank, auf die über das Internet zugegriffen wird.

«Allerdings bedeutet Zusammenarbeit in der Cloud nicht uneingeschränkten Datenaustausch», betont Jörg Leukel, Wirtschaftsinformatiker an der Universität Hohenheim. «Viele Daten sind schutzbedürftig, vor allem die der Kunden. Sie wollen dabei natürlich möglichst wenig persönliche Daten preisgeben». In einem Projekt mit der Universität Leipzig und dem Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik entwickelt der Wissenschaftler deshalb derzeit Verfahren, die die Privatsphäre wahren und dabei gleichzeitig so viele Daten wie für einen reibungslosen Ablauf nötig an die beteiligten Partner übermitteln.

Cargo Magazin 3/15

 Das neue Cargo Magazin ist ab dem 30. November 2015 erhältlich. Im aktuellen Heft dreht sich alles um die Digitalisierung. Zum Abo.

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Das «Prestige» genannte Projekt ist auf drei Jahre angelegt und beinhaltet auch einen Praxistest mit Logistikunternehmen aus der mitteldeutschen Region Halle/Leipzig. Darin testen diese die technische Umsetzung und die ökonomische Wirksamkeit. «Wir wollen mit unseren Verfahren helfen, Vorbehalte hinsichtlich des Datenschutzes zu verringern. Diese sind in der Logistikbranche besonders gross. Dazu untersuchen wir, in welchen Fällen es ökonomisch sinnvoll und zugleich datenschutzkonform ist, bestimmte Daten an andere Unternehmen weiterzugeben», erläutert Leukel.

Es gehe darum, eine Software zu entwickeln, die «die Beteiligten auf Konflikte zwischen den Schutzbedürfnissen und möglichst effizienten Logistikprozessen hinweist», sagt Leukel. Das Computer-Programm solle Lösungen vorschlagen und die Beteiligten schliesslich dabei unterstützen, die Konflikte zu beheben. Ziel seien vor allem Vertrauen und Akzeptanz bei den Anwendern.

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