«Neue Seidenstrasse» nimmt Fahrt auf

Anfang Jahr ist der erste Containerganzzug zwischen Yiwu in Ostchina und der iranischen Hauptstadt Teheran auf die Reise gegangen. Das Ziel wurde doppelt so schnell wie auf dem bisher üblichen Seeweg erreicht.

Containerzug China

Chinas neue Seidenstrasse für den Gütertransport nimmt Gestalt an. Die in der Schweiz ansässige InterRail Gruppe hat zu Beginn des Jahres in enger Zusammenarbeit mit den auf der Strecke beteiligten Güterbahnen ein weiteres Produkt in ihren China-Verkehren gestartet. Die Route des ersten Pilotzugs führte über den Grenzübergang Alashankou/Dostyk durch Kasachstan, Turkmenistan und über die iranische Grenzpassage Sarakhs zur Endstation in der Landeshauptstadt Teheran. Von China nach Westeuropa gibt es seit rund 6 Jahren Containerzüge.

Die Gesamtstrecke von China nach Teheran beträgt rund 10 300 Kilometer, und die Fahrt dauert etwa 14 Tage. «Die Beförderung ist damit deutlich schneller als dies auf dem Seeweg möglich wäre, wo mit mehr als der doppelten Laufzeit gerechnet werden muss», berichtet Hans Reinhard, Präsident der InterRail Holding AG aus St. Gallen. Zukünftige Züge sollen über den im letzten Jahr neueröffneten turkmenisch-iranischen Grenzübergang Inche Borum laufen, was zu einer weiteren Verkürzung der Distanz und damit auch der Transitzeit führen wird.

Dank der sich stetig verbessernden Transporttechnologien der beteiligten Bahnen sowie der Nutzung der elektronischen Vorabinformation für die Zoll- und Grenzprozeduren können die Transitzeiten der Chinazüge nicht nur eingehalten, sondern teilweise weiter reduziert werden. Diese Entwicklung sowie die zuverlässige Abfertigung und Organisation, einschliesslich von Door-to-Door Lösungen, leisten – so Reinhard – einen massgeblichen Beitrag zur Erhöhung der bilateralen wie auch Transit-Verkehre auf dem eurasischen Kontinent.

Karte

Hinsichtlich der Verkehre auf der «Neuen Seidenstrasse» gebe es vielfältige und sehr aussichtsreiche Optionen, wobei der Gütertransport über den Iran eine zunehmende Rolle spielen werde. «Insgesamt sehen wir deutliches Potenzial für weiteres Wachstum und die Erschliessung neuer Relationen bei den Container-Transitverkehren über die Landbrücke», erklärt der InterRail-Präsident. Um dieses Potenzial jedoch wirklich ausschöpfen zu können, seien noch mehr Innovation in der Handels- und Transportlogistik nötig. Ziel sei vor allem eine bessere Balance der Containerströme in beide Richtungen.

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