Der Gotthard-Basistunnel: auf Herz und Nieren geprüft

Im Rahmen des Testbetriebes Gotthard-Basistunnel (GBT) hat SBB Cargo als einziges Güterverkehrsunternehmen bisher 29 Testfahrten absolviert. Bei den Tests unterscheidet SBB Cargo nach drei Hauptgruppen: Fahrdynamik, Wagen und Ladegut sowie Loktechnik.

Bei der Fahrdynamik wird die Einhaltung der Durchfahrzeiten mit den verlangten Minimalgeschwindigkeiten bei unterschiedlichen Traktionsvarianten und Zuglasten bis 2500 Tonnen überprüft. Die Analysen fliessen in die Trassenplanungstools und die betrieblichen Vorgaben des GBT ein. Erste Erkenntnisse bei der Tauglichkeit von Wagen und Ladegut zeigen während der Durchfahrt keine massiven negativen Einflüsse beim mitgeführten Ladegut. Die vorherrschenden Druckverhältnisse und Luftströmungen haben einzelne Planen und deren Halterungen von Sattelaufliegern/LKWs gelockert sowie bei einem Sand-/Kieszug eine erhöhte Staubbelastung verursacht. Die genauen Ursachen werden derzeit vertieft analysiert und die Ladevorschriften und Kontrollprozesse allenfalls angepasst. Ebenfalls ein besonderes Augenmerk gilt der auf der Nord-Süd-Achse eingesetzten Technik der Lokomotiven: Die Re 420, Re 620 und die BR 185 zeigten auch unter Volllast keine Auffälligkeiten, so dass dem künftigen Einsatz im GBT nichts im Wege steht.

Ab Mitte Juli 2016 führt SBB Cargo im Rahmen des Probebetriebes kommerzielle Güterzüge im Regelbetrieb durch den Tunnel und nutzt diese Fahrten bis zur Inbetriebnahme des GBT weiterhin für spezifische Untersuchungen.

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