Neubau des Bözbergtunnels: Um den Abraum kümmert sich SBB Cargo

Am 9. März erfolgte der offizielle erste Spatenstich zum Bau des neuen Bözberg Eisenbahntunnels. SBB Cargo wird nicht nur Nutzerin des neuen Tunnels, sondern auch beim Bau mit dem Abtransport des Ausbruchmaterial Partnerin von SBB Infrastruktur sein.

Die Herausforderung

Bözberg
Spatenstich neuer Bözbergtunnel am 9. März 2016

Im Rahmen des Ausbaus der Strecke von Basel bis ins Tessin zu einem 4-Meter-Korridor ist der Bau des neuen Bözbergtunnels das grösste Einzelprojekt. Bei der Realisierung des 350 Millionen Franken Projekts werden ca. 850‘000 Tonnen Ausbruchmaterial anfallen. Davon wiederum werden ca. 570‘000t deponiert. Zum Vergleich: Die grössten Massengutfrachter auf den Weltmeeren haben derzeit eine maximale Ladekapazität von 400 000 Tonnen und eine Länge von 362 m und eine Breite von 65 m.

Das Know How
SBB Cargo hat für dieses Grossprojekt eine Transportlösung entwickelt, die überzeugender als die ursprünglich angedachte Strassenvariante war. Stefan Heeb als Verantwortlicher der Bauprojekte des Vertriebs und Ronald Gressani aus der Abteilung Business Development konnten mit Ihrem ausgefeilten Konzept den Auftraggeber SBB Infrastruktur voll überzeugen. Die zentralen Aspekte waren die Einhaltung der Auflagen von Seiten des Kanton Aargau, der betroffenen Gemeinden und dem Bundesamt für Verkehr (BAV), die Umweltfreundlichkeit und die Nachhaltigkeit. Aber auch die konkurrenzfähigen Preise von SBB Cargo konnten überzeugen. Durch das passgenaue Transportkonzept können 54‘000 Lkw Fahrten auf kantonalen Strassen mit dem Durchfahren von mehreren Dörfern vermieden werden. Der Energieverbrauch ist bei der Bahnlösung sechsmal tiefer und die CO2 Bilanz ist insgesamt um ein fast 50 mal umweltfreundlicher als beim Strassentransport.

Das Konzept
Das Ausbruchmaterial des Bözbergtunnels, das beim Hauptvortrieb mit einer Tunnelbohrmaschine anfällt, wird auf einem nahen Betriebsgelände eines Kies- und Betonwerks zwischengelagert, bevor es auf Bahnwagen verladen und zur Deponierung abtransportiert wird. Diese Lösung ermöglicht es dem Tunnelbauunternehmen den Tunnel unabhängig vom gleichzeitigen Abtransport voranzutreiben und in einem Störungsfall ist es nicht nötig den Tunnelvortrieb resp. den Bahnabtransport einzustellen weil diese nicht mehr in gegenseitiger Abhängigkeit zueinander stehen.. Durch diese durchdachte Lösung konnten auch grössere Investitionen in Sicherungsanlagen von SBB Infrastruktur vermieden werden da ein gleichzeitiger Bahnabtransport einen Umbau der Signalanlagen erfordert hätte. Die Verladung des Gesteins auf die Bahn erfolgt in Schinznach – Dorf unmittelbar beim Südportal des neuen Bözbergtunnels. Mit ca. 780 Zügen wird SBB Cargo ab Mai 2018 bis Juni 2019 die 570 000 Tonnen Ausbruch über Brugg nach Wildegg transportieren. In Wildegg wird das Gestein entladen und in Verantwortung der Jura Cement Fabriken per Förderband zur Wiederauffüllung Oberegg transportiert und dort zur Renaturierung des Steinbruchs eingelagert.

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