Ohne den Anschluss ist der Gotthard-Tunnel wertlos

Die Schweiz erwartet von ihren Nachbarn, dass sie ihre Streckenkapazitäten sukzessive bis 2025 auf die neue Gotthardbahn ausrichten. Die künftige NEAT (Neue Eisenbahn Alpentransversale) soll in fünf Jahren in Betrieb genommen werden.

Ende 2016 will die Schweiz den Verkehr durch die 57 Kilometer langen Tunnelröhren am Gotthard aufnehmen. „Unsere rund 15 Milliarden Euro teure Investition entfaltet aber nur dann ihren Nutzen, wenn im Zulauf des Tunnels entsprechende Streckenkapazitäten geschaffen werden“, warnt Peter Füglistaler. Der Leiter des Berner Bundesamtes für Verkehr traf sich in dieser Woche in Berlin mit seinem deutschen Kollegen Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zu einem Krisengespräch.  „Ohne die Anschlussstrecken nützt der ganze Tunnelbau nichts„, betont er. Dazu habe sich die Bundesrepublik Deutschland per Staatsvertrag verpflichtet.

Der Oberrhein sei dabei der wesentliche Engpass für die Magistrale von den Nordseehäfen durch die Alpen bis nach Italien. Dort soll die Deutsche Bahn die badische Rheintalstrecke zwischen Karlsruhe und Basel begradigen und viergleisig ausbauen. Erste Abschnitte sind zwar schon in Betrieb, doch für wesentliche Teile der 180 Kilometer langen Trasse ist noch nicht einmal über Planungsvarianten entschieden. Füglistaler forderte die europäischen Nachbarn deshalb auf, schnell zu handeln: „Wir werden spätestens in 20 Jahren ein Riesenproblem haben, wie wir den Güterverkehr in Europa bewältigen wollen. Wir stehen vor dem Kollaps, wenn wir uns nicht eine gemeinsame Schieneninfrastruktur mit hohen Kapazitäten leisten“.

Die Arbeiten im Gotthard-Basistunnel gehen planmässig voran. Ende 2016 ist Eröffnung.

 

 

 

Ein Kommentar zu “Ohne den Anschluss ist der Gotthard-Tunnel wertlos

  1. Da wünscht man sich in Deutschland manchmal kurze Entscheidungswege wie bei den Eidgenossen. Sicher hat der überschaubarere Verwaltungsaufwand dort noch andere Vorteile. Bei uns, wenn direkt vom Volk entschieden wird, sind die meisten erst einmal dagegen.

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