Die Schweiz hat die widerstandsfähigsten Lieferketten

Die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten gegenüber Störungen ist für eine robuste Geschäftsleistung global agierender Unternehmen von entscheidender Bedeutung. In einem weltweiten Ranking ist die Schweiz hierbei auf Platz 1 vorgerückt.

Umschlag in Renens

In einer global arbeitenden Welt mit schlanker Produktion und Just-in-time-Lieferungen sind stabile Lieferketten von existenzieller Bedeutung. Naturkatastrophen, politische oder wirtschaftliche Unruhen, Korruption oder eine schwache Infrastruktur haben dabei das Potenzial, unwiderrufliche Schäden zu verursachen – für Partner in der Supply Chain, Geschäftsergebnisse und Unternehmenswerte. Aber auch Faktoren wie niedrige Ölpreise oder terroristische Anschläge wirken sich auf die Resilienz globaler Lieferketten aus. Dieser Begriff beschreibt die Fähigkeit, einer Beeinträchtigung standzuhalten und schnellstmöglich zum Normalbetrieb zurückzukehren.

Im aktuellen «Resilience Index 2016», der die Anfälligkeit für Lieferketten-unterbrechungen in 130 Ländern und Gebieten in einem Ranking vergleicht, spiegeln sich all diese Bedrohungen wider. Herausgeber FM Global, einer der weltweit führenden Industriesachversicherer, will mit dem Bericht und einem eigenen Online-Tool Entscheidungshilfen für Führungskräfte in Bezug auf Standorte globaler Zulieferer oder eigener Produktionsstätten liefern. Für den Index werden neun Treiber bewertet, die zu den drei Faktoren Wirtschaft, Risikoqualität und Lieferkette zusammengefasst sind. Basis dafür sind geprüfte Daten aus Quellen wie dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, dem Weltwirtschaftsforum und einer eigenen Datenbank.

Die Schweiz, beim letzten Mal noch Nummer zwei, hat mittlerweile Vorjahressieger Norwegen an der Spitze abgelöst. Kein Terror, eine stabile politische Lage und eine geringe Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen sind der Grund dafür. Ausserdem ist ihre Wirtschaftsentwicklung positiv und rangiert auf Platz 2 in der entsprechenden Teilwertung, bei der Lieferkette kommt sogar kein anderes Land an ihr vorbei. Mit zwei so guten Teilergebnissen kann das Land sogar den 73. Platz bei der Risikoqualität verschmerzen.

Da alle anderen Länder in Relation zum bestplatzierten angegeben wurden, kommt die Schweiz so auf die vollen 100 Indexpunkte und überholt die Norweger mit ihrem Gesamtergebnis von immer noch sehr guten 99,6 Punkten. Dennoch ist der Nutzen dieser Aussage mit Vorsicht zu geniessen. Denn schliesslich ist es für kaum ein global aktives Unternehmen möglich, nur noch mit Schweizer Partnern zusammenzuarbeiten. Manche Lieferanten für Rohstoffe oder Komponenten sitzen nämlich vielleicht nur in zwei Ländern der Erde – und das sind dann in der Regel nicht unbedingt die sichersten.

In den «Top Ten» des Rankings befinden sich auch Deutschland, die Niederlande, die USA und Dänemark. Das Schlusslicht des Index von 2016 bildet zum zweiten Mal in Folge Venezuela (Platz 130) . Venezuelas Platzierung ist den Elementarrisiken (Wind- und Erdbebengefahr), der Wahrnehmung eines Kontrollverlusts in Verbindung mit der Korruption und der schlechten Infrastruktur geschuldet.

Die Top Ten 2016

  1. Schweiz (Index=100)
  2. Norwegen 99.6
  3. Irland 98,4
  4. Deutschland 94.6
  5. Luxemburg 94.5
  6. Niederlande 94.3
  7. USA 94.2
  8. Kanada 92.7
  9. Australien 90.9
  10. Dänemark 90.8

    Quelle: FM Global

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