Wie funktioniert eigentlich eine Bremsprobe?

Was fährt, muss auch fähig sein, zu bremsen. Es liegt auf der Hand, dass deshalb alle Züge vor der Abfahrt auf intakte Bremsen getestet werden. Dies kann bei einem 500 Meter langen Güterzug gut bis zu 40 Minuten dauern.

Die Wagen von Güterzügen sind in der Regel nicht an eine elektrische Energieversorgung angeschlossen. Während bei Personenzügen die Stromnetze ständig eine Rückmeldung zu beispielweise dem Zustand der Bremsen geben, müssen jene der Güterzüge von einem Mitarbeiter direkt am Wagen auf ihre Funktionalität überprüft werden.

Die meisten Bremsen der Güterzüge funktionieren mit Druckluft. Diese wird an der Zugspitze von einem Kompressor erzeugt und wird dann über eine durchgehende Leitung in die Bremssysteme der Wagen gepumpt. Beträgt der Druck in dieser Leitung 5 Bar, sind im Normalfall die Bremssysteme betriebsbereit und die Bremsen lose. Mit einer Vorrichtung auf der Lok, dem Bremsventil, kann der Lokführer den Druck in der Hauptleitung reduzieren – es wird also Luft aus der Hauptleitung rausgelassen. Dies bewirkt, dass über Steuerventile Druckluft in die Bremszylinder strömt und die Bremsklötze der Wagen an das Rad gepresst werden. Dieses System wird verwendet, damit bei einer allfälligen Zugtrennung der Zug und die abgetrennten Wagen automatisch zum Stehen kommen.

Bremsprobe

Genau dieser Bremsprozess muss bei einem neu formierten Zug vor der Abfahrt getestet werden: Ein Mitarbeiter läuft am Zug entlang und kontrolliert an jeder Achse, ob die Bremsklötze anliegen. Ist dies nicht der Fall, könnte es sein, dass die Hauptleitung nicht durchgehend gekuppelt ist oder eine pneumatische oder mechanische Störung vorliegt. Umgekehrt kann es sein, dass bei eigentlich gelösten Bremsen die Bremsklötze nicht lösen, weil sie im Winter angefroren sind, eine Handbremse noch angezogen ist oder das Bremsgestänge mechanisch verklemmt ist.

Da die herkömmliche Bremsprobe sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, testet SBB Cargo derzeit die automatische Bremsprobe.

 

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