Startup Accelerators: Logistik-Gründern unter die Arme greifen

In letzter Zeit sind auch im Logistik-Bereich eine Reihe von Startup Accelerators entstanden. Sie unterstützen junge Unternehmen mit finanziellen Mitteln, Input von Mentoren und dem Zugang zu einem Netzwerk an Investoren.

Sie heissen AlgoTruck, efreight, Kemaro, Modum.io, rocklog oder see your box. Gemeinsam ist diesen jungen Unternehmen, dass sie die Digitalisierung der Logistik voranbringen wollen. Und dass sie an der Zürcher Messe Logistics & Distribution 2017 am 26. & 27. April im neu eröffneten Technologie- und Innovationspark zu finden sind. Wie in vielen anderen europäischen Ländern soll damit auch in der Schweiz die Gründer-Kultur im Bereich der Logistik gefördert werden.

Logistik-Startups entstehen ausserhalb Europas

Denn laut einer internationalen Marktanalyse der Managementberatung Oliver Wyman findet die Finanzierung innovativer Transport- und Logistik-Startups bis dato vor allem in den USA und in Asien statt. Ganz Europa kommt zusammen lediglich auf einen Anteil fünf Prozent. Ob die Schweiz mit einem Gesamtumsatz der Branche von gut 40 Milliarden Franken weiter an der Spitze bleibe, hänge auch davon ab, «wie es den Logistikern gelingt, ihr Geschäft zu digitalisieren», sagt Max-Alexander Borreck, Principal bei Oliver Wyman. Doch viele etablierte Unternehmen tun sich hier noch immer sehr schwer, während die Newcomer flexibel sind und nicht auf gewachsene Strukturen Rücksicht nehmen müssen.

Gute Ideen lassen sich dadurch meist viel schneller umsetzen. Das Fazit der Studie deshalb: «Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten die etablierten Logistikdienstleister weitaus stärker als bisher die Zusammenarbeit mit innovativen Startups ihrer Branche suchen». Zwei Schweizer Unternehmen, die diesen Ratschlag beherzigen, sind SBB Cargo und die Spedition Kühne + Nagel. Beide beteiligen sich – zusammen mit Airbus, Cisco, HERE, Mercedes-Benz und dem französischen Mischkonzern VINCI – am «Startupbootcamp Smart Transportation & Energy» in Berlin.

Zusammenarbeit stärker in Schwung bringen

Der Fokus dieses Trainingslagers für Jungunternehmer liegt auf vernetzen und effizienten Lösungen für den Transport von Gütern und Personen. Es soll die Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen stärker in Schwung bringen, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Die teilnehmenden Gründer erhalten von den Partnern eine überschaubare finanzielle Unterstützung für drei Monate, Bürofläche und Kontakt zu einem internationalen Netzwerk. Insgesamt werden pro Durchgang zehn Startups aus aller Welt aufgenommen, die sechs Prozent ihrer Unternehmensanteile an Startupbootcamp abgeben müssen.

Solche Startup Accelerators im Logistikbereich sind in Europa in den letzten Monaten wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Ob die Deutsche Bahn, die Reederei Maersk, der Detailhändler Tengelmann, die Spedition Fiege oder Lufthansa Cargo – sie alle wollen den Zug nicht verpassen. Denn vielleicht haben die unterstützten Jungunternehmer gerade die geniale Idee zur disruptiven Veränderung der Lieferketten und irgendwo in den coolen Lofts der neuen Gründergeneration schlummert das neue Uber, Airbnb oder Amazon der Logistik 4.0.

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