Von der Strasse in die Luft

Mit dem Einsatz von unbemannten Fluggeräten kann die Luftfracht anderen Verkehrsträgern Marktanteile abnehmen. Das gilt zunächst ganz besonders mehr für den Wert der transportierten Ware als für deren Gewicht. Dies zeigt die Schweizer Post im Tessin auf.

Im Sommer 2015 prüfte die Schweizerische Post erstmals zusammen mit dem US-Drohnenhersteller Matternet den Einsatz von ferngesteuerten und unbemannten Fluggeräten in der Logistik. Nun macht sie einen Sprung und hat Tests für eine erste kommerzielle Anwendung mit dem Tessiner Spitalverbund EOC (Ente Ospedaliero Cantonale) durchgeführt. Zwischen dessen zwei Standorten in Lugano, der grössten Stadt des Kantons, dem «Ospedale Italiano» und dem «Ospedale Civico», haben regelmässige Drohnenflüge den Austausch von Laborproben sichergestellt – schneller und effizienter als auf der Strasse.

Drohnen
Testbetrieb einer Paket-Drohne der Swiss Post am 28.3.2017 in Lugano. Die Drohne pendelt zwischen den Spitaelern Civico und Italiano. (POST/Alessandro Della Bella)

Rund 70 autonome Flüge zwischen den beiden Krankenhäusern fanden in der zweiten Märzhälfte statt. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) war von Beginn an ins Projekt involviert, hat die Drohne und ihre Sicherheitskomponenten geprüft, die luftrechtlichen Bedingungen definiert und der Post und Matternet in der Folge die Bewilligung für die Flüge erteilt. Seit Anfang April werten die beiden Partner nun die ersten Erkenntnisse des Projekts aus, bevor sie im Sommer wieder mit einer weiteren einmonatigen Testphase in die Luft gehen wollen.

Sobald die Drohne alle hohen Anforderungen bezüglich Sicherheit (3D-Geofence und Fallschirm mit Öffnungsautomatik), Praxis­tauglichkeit und Zuverlässigkeit erfüllt, wird ihr regelmässiger Einsatz im Himmel über Lugano zum Alltag werden. Die Planungen sehen vor, dass dies voraussichtlich 2018 der Fall sein wird.

Ab dann werden geschulte Spitalmitarbeitende das Gerät mit 80 cm Durchmesser selbstständig mit einer Sicherheitsbox, in der die bis zu 2 kg leichten Laborproben verpackt sind, beladen und die Drohne per Smartphone-Applikation losschicken können. Sie wird dann autonom entlang der programmierten Route zum Zielort fliegen, wo die Box von einem anderen Mitarbeitenden in Empfang genommen wird.

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