Deutschland will Schienengüterverkehr attraktiver machen.

Ein Blick nach Deutschland: Gemeinsam mit zahlreichen Verbänden und der DB Cargo hat das deutsche Verkehrsministerium den «Masterplan Schienengüterverkehr» vorgestellt. Er enthält zahlreiche konkrete Massnahmen, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Drei Themenfelder sind dabei besonders relevant: Innovation, Leistungssteigerung der Infrastruktur und Verbesserung des verkehrspolitischen Rahmens für die Güterbahnen.

Es hat lange gedauert. Aber kurz vor den Sommerferien und der Bundestagswahl im September 2017 legte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt den lang erwarteten «Masterplan Schienengüterverkehr» vor. Mit der Umsetzung soll dann die neue Regierung beginnen. Das 42-seitige Papier unterscheidet dabei nach Sofortmassnahmen, in naher Zukunft anzugehenden und dauerhaft bestehenden Aufgaben.

Der Masterplan sieht einerseits eine Verringerung der Trassenpreise um fast die Hälfte ab dem Jahr 2018 sowie einen zügigen Ausbau wichtiger Verkehrsknotenpunkte vor. Aber auch das Bereitstellen von Überholgleisen und Ausweichmöglichkeiten für 740 Meter lange Güterzüge entlang der Hauptverkehrsstrecken wird zum Thema.

Hybrid-Lokomotiven und Digitalisierung.

Im Infrastrukturbereich werden Standards vereinfacht, um die Elektrifizierung auf Strecken voranzutreiben, die bisher nur mit Geschwindigkeiten bis 120 km/h befahren werden können. Um Elektrifizierungslücken im Netz zu schliessen, ist zudem der Einsatz von mehr Hybrid-Lokomotiven vorgesehen. Eine zunehmende Digitalisierung des Schienengüterverkehrs soll die Prozesse effizienter gestalten und die Schiene so für Kunden attraktiver machen.

Etwa durch Online-Trassen-Bestellungen per Mausklick, Fahrerassistenzsysteme, Waggon-Untersuchungen per Video-Analyse und einer Verpflichtung zum Einbau von ETCS in neue Fahrzeuge.

Stärkere Automatisierung des Eisenbahnbetriebs.

Die Bahnindustrie – auch das ist gemeinsam vereinbart worden – investiert jährlich acht Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Eisenbahnunternehmen und Güterwagenhalter stecken im Zeitraum 2013 bis 2030 mehr als eine Milliarde Euro in die Lärmsanierung der Güterwagenflotte. Die Wagenhalter rüsten bis 2020 zudem rund 100 000 Fahrzeuge mit Sensorik und Telematik aus, dafür setzen sie 50 Millionen Euro ein.

Aufbauend auf laufenden Vorhaben wie etwa dem 5L-Demonstratorzug von SBB Cargo – so heisst es im Masterplan – sollen innovative Komponenten für Eisenbahngüterwagen entwickelt werden.

Dies um die Wettbewerbs- und Logistikfähigkeit sowie die Umweltverträglichkeit des Schienengüterverkehrs zu verbessern und den Lärm weiter zu reduzieren. So werden die Wagen eine eigene Stromversorgung und eine standardisierte Daten-Schnittstelle bekommen.

«Unser Ziel ist es, mehr Güterverkehr auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern, den Marktanteil des Sektors zu steigern und die Branche dauerhaft zu stärken», erklärt Minister Dobrindt bei der Vorstellung des Plans. Dadurch sollten die Güterbahnen im Konkurrenzkampf mit dem Lastwagen aufholen und bestehende Nachteile ausgeglichen werden.

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