Basel–Karlsruhe: Seit heute durchgehende Züge nach Deutschland.

Die Bahnstrecke Basel–Karlsruhe ist ab dem 2. Oktober wieder offen. Seit dem 12. August 2017 war die Strecke für den durchgehenden Bahnverkehr gesperrt. Mit vereinten Kräften konnte unter massgeblicher Beteiligung der SBB ein Teil der Verkehre über Ausweichrouten befördert werden. Die Auswirkungen im Güter- und Personenverkehr waren während der Sperre der deutschen Rheintalstrecke dennoch massiv. Güter mussten weiträumig umgeleitet werden, im Personenverkehr kam es zu erheblichen Einschränkungen für die Reisenden. Die logistischen Aufwendungen waren enorm. Die SBB ist erleichtert, dass die Rheintalstrecke am Montag wieder durchgehend befahren werden kann und setzt sich dafür ein, dass die internationalen Eisenbahnverkehre künftig besser koordiniert werden.

Seit dem 12. August 2017 mussten wegen des Unterbruchs der deutschen Rheintalstrecke bei Rastatt die internationalen Güterverkehre teilweise weiträumig umgeleitet werden. Auf Initiative von Andreas Meyer, CEO der SBB, hatten die Chefs der Deutschen Bahn (DB), der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) sowie der Sociéte Nationale des Chemins de Fer (SNCF) eine Task-Force auf CEO Level gebildet und sich eng abgestimmt. Dank der internationalen Koordination konnte im Verlauf der Sperre der Schienengüterverkehr zumindest teilweise über Ausweichrouten abgewickelt werden. Anstelle der rund 200 Güterzüge via Rheintalstrecke verkehrten am Schluss täglich bis zu 84 Güterzüge über Ausweichrouten.

Logistische Herausforderungen für Güterbranche enorm.

Der Unterbruch in Rastatt hat deutlich gezeigt, wie wichtig die integrale Planung und Koordination auf dem zentralen Nord–Süd-Korridor ist. Dank der intensiven Zusammenarbeit der europäischen Bahnen konnten die Verkehre über die Umleitungsstrecken schrittweise hochgefahren werden. Allerdings werden erst die folgenden Monate zeigen, ob die sich auf andere Verkehrsträger verlagerten Güter wieder ihren Weg zurück auf die Schiene finden. Die finanziellen Auswirkungen sind daher sowohl für SBB Cargo als auch SBB Cargo International noch nicht abschätzbar. Für die entstandenen Schäden während des Unterbruchs bei Rastatt ist die SBB grösstenteils versichert.

Fall Rastatt als Chance für Verbesserungen nutzen.

Die Bahnen müssen nun schnell die notwendigen Lehren aus dem Ereignis in Rastatt ziehen und die Chance nutzen, den internationalen Austausch zu verbessern. Die Güterverkehrstochter SBB Cargo setzt sich stark dafür ein, dass durchgängige Transportketten mit einem effizienten, direkten Umschlag (Schiff – Schiene – Strasse) an einem Standort vorangetrieben werden. Mit dem trimodalen Containerterminal «Gateway Basel Nord» wird die Voraussetzung geschaffen, entsprechende Verkehre nachfragegerecht umzuschlagen. Gerade der Unterbruch bei Rastatt zeigt exemplarisch, dass die Schweiz einen trimodalen und flexibel einsetzbaren Terminal in Basel benötigt, um bei Kapazitätsengpässen die internationalen Güterverkehrsströme (Rotterdam/Antwerpen in die Schweiz und nach Italien) weiterhin stabil abwickeln zu können.

Auch für die international tätige SBB Cargo International werden die Auswirkungen des mehrmonatigen Unterbruchs in Rastatt spürbar bleiben. Zwar können die für Güterkunden wesentlich teureren Verkehre über die Umleitungsrouten wieder aufgehoben werden, dennoch wird der Schienengüterverkehr noch lange Zeit benötigen, um sich von den Folgen des Streckenunterbruchs zu erholen. Die SBB setzt sich deshalb ein für ein international und europäisch abgestimmtes Betriebs- und Sicherheitskonzept für die Schiene aus einer Hand. Die Stärken der integrierten Bahn müssen künftig rascher und effektiver eingesetzt werden können. So müssen schneller Ausweichrouten definiert und der Einsatz von Personal und der Datenaustausch verbessert werden. Zudem müssen die Baustellen- und Trassenplanungen international besser koordiniert werden, so die Überzeugung der SBB.

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