Strom für 150 000 Haushalte einsparen.

Energiesparen ist auch bei SBB Cargo ein grosses Thema. Bis 2025 will das Unternehmen den Energieverbrauch um 20 Prozent senken. Gemeinsam mit den Zielen der gesamten SBB könnte man damit
150 000 Schweizer Haushalte bedienen. Ein hoch gestecktes Ziel, das kluge Köpfe und schlaue Ideen erfordert.

Das Wort ist in aller Munde: Energieeffizienz. Energie sparen will jeder, doch wer will auf Komfort verzichten? «Es ist einfach, sich Energiesparmassnahmen vorzunehmen. Doch sie tatsächlich umzusetzen ist ein anderes Paar Schuhe», sagte Sonja Müller, Projektleiterin Energiemanagement bei SBB Cargo, an einem internen Mittagsanlass zum Thema Nachhaltigkeit. Und fügte an: «In einem Unternehmen ist es noch viel schwieriger, denn die Komplexität ist um einiges höher als im privaten Leben.»

Energieziele
Sonja Müller erklärt an einem internen Mittagsanlass die von SBB Cargo gesetzten Energieziele bis 2025.

Nichts desto trotz ist sie mit Leidenschaft dabei, SBB Cargo im Bereich Energiemanagement umzukrempeln und den Stromverbrauch zu senken. Schliesslich ist es das offizielle Ziel von SBB Cargo, bis im Jahr 2025 den Energiebedarf um 20 Prozent zu reduzieren. Eine stolze Zahl. Und ohne spürbare Veränderungen ist dies kaum möglich. Aus diesem Grund hat Sonja Müller mit ihrem Team die vielen Themen in Teilprojekte eingeteilt: Technik (beispielsweise Loks), Angebot (beispielsweise Geschwindigkeitsreduktion), Verbrauchergerechte Verrechnung Bahnstrom (beispielsweise Datenverfügbarkeit) und Bahnproduktion (beispielsweise adaptives Lenken).

Mit einer Hybrid-Lokomotive ans Ziel.

Die neue Rangierlok von SBB Cargo, die H3, ist ein Beispiel, im Teilprojekt Technik einen Schritt nach vorne zu machen. Die H3 von Alstom bringt 67 Tonnen auf die Waage – beziehungsweise Schiene. Zwei dieser Fahrzeuge stehen als Rangierlokomotiven in den Häfen Kleinhüningen und Birsfelden im Einsatz und verrichten dort Hafenrangierarbeiten. Sie haben sowohl einen 350 kW Dieselgenerator als auch eine Batterie. Der sparsame und umweltfreundliche Dieselgenerator lädt die Batterie und kann auch direkt den Elektromotor für Spitzenlasten antreiben. Die Hybridlokomotive spart somit 30-50% Kraftstoff gegenüber ähnlich starken Rangierlokomotiven ein und kann damit auch den CO2-Ausstoss um bis zu 50% reduzieren.

Die H3 im Einsatz im Hafen Kleinhüningen.

Energiepreis für Lenkungssystem.

Die Adaptive Lenkung, kurz ADL, errechnet für jeden Zug ein energieoptimiertes Fahrprofil und liefert Fahrempfehlungen an die Lokführenden, damit diese ungeplante Stopps vor Haltesignalen und energieintensives Wiederanfahren möglichst vermeiden können. Die Züge fahren so flüssiger, energieeffizienter und materialschonender. Täglich werden15 bis 30 Lokführende bzw. Güterzüge duch eine ADL-Eco-Empfehlung aus der Betriebszentrale gelenkt. ADL ist seit der Einführung im Jahr 2015 erfolgreich in Betrieb. Im Januar 2016 hat das weltweit einzigartige Lenkungssystem sogar den renommierten Energiepreis Watt d’Or gewonnen.

Natürlich sind auch weitere Projekte von SBB Cargo in der Umsetzung, um das Energieziel 2025 zu erreichen. So wird seit Mai 2017 beispielsweise auch die Geschwindigkeit der Güterzüge im Gotthard Basistunnel reduziert, um Energie zu sparen. Zudem hat das neue Solardach der Serviceanlage Muttenz am 20. Oktober den Solarpreis 2017 in der Kategorie «Anlagen für Erneuerbare Energie» gewonnen. Wir halten Sie mit weiteren Projekten auf jeden Fall auf dem Laufenden.

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