Re 620: SBB Cargo revidiert Streckenlok

Wenn mehrere Personen sich in einem Führerstand einer Re 620 befinden, wird es schnell eng. Warum treffen sich also Vertreter von SBB Cargo, Personalverbänden und Gewerkschaften an einem verregneten Herbsttag im Industriewerk Bellinzona?

Einer der Gründe dafür ist ein neuer Führersitz für die Streckenlok Re 620. Der Sitz ist bequem, das merkt man, wenn man darauf sitzt. Er ist pneumatisch gefedert, die Härte der Federung kann selber eingestellt und die Position einfach verstellt werden. Die Lok ist eine der beiden Prototypen, die einem grossen Service unterzogen wurden. Die anderen 84 Maschinen des gleichen Typs sollen bis Ende 2014 folgen.

Die Loks sind sehr leistungsfähig, aber in die Jahre gekommen, die ältesten sind schon 40 Jahre in Betrieb. «Da reicht der normale präventive Unterhalt nicht mehr aus», sagt Justin Comps, Projektleiter bei SBB Cargo. Nötig sei vielmehr ein umfassenderes Servicepaket. Es gehe aber nicht bloss um ein sogenanntes Refit, das eine komplette Sanierung und eine Modernisierung beinhalte.

Der neue Führersitz ist ein Bestandteil des insgesamt 15 Punkte umfassenden Servicepakets. Beim Lokführerstuhl entschied sich SBB Cargo für ein Modell, das bei der SBB schon im Einsatz ist – nämlich im ICN.

Ein Vorschlag, der auf einen der Mitarbeitenden zurückgeht, sind die neuen Beifahrerstühle. Die alten versperrten den Fluchtweg. Die Personal- und Verbandsvertreter sind sich einig, dass es am besten ist, einen kleinen, bequemen Stuhl zu wählen, der nicht viel Platz braucht.

Zum Servicepaket der Re 620 gehören auch zahlreiche technische Massnahmen. So wurden in der Lok beide Pneumatikgerüste, die unter anderem für die Regulierung der Druckluft für die Bremsen besorgt sind, ausgebaut. Die Mitarbeitenden des IW Bellinzona haben sie gereinigt und die Tafeln komplett mit neuen Ventilen und Dichtelementen ausgerüstet.

Auch die Batterieladegeräte ersetzten sie – neu gibt es statt zwei verschiedener Typen nur noch einen. «Auf diese Weise kann die Anzahl der verschiedenen Ersatzteile reduziert werden», sagt Justin Comps von SBB Cargo.

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