Lieferengpässe von Schutzmaterial pragmatisch überwunden

Zu Beginn der Coronakrise geriet die Lieferkette bei SBB Cargo stark unter Druck. Die weltweite Nachfrage nach Schutzmaterial überstieg das Angebot markant. Dank des engen Austauschs mit den Lieferanten wurden die Probleme rasch gelöst und der Bedarf vollumfänglich gedeckt.

Das Logistikgeschäft lebt von einer hohen Verlässlichkeit zwischen den involvierten Partnern – von einer planerischen Genauigkeit einerseits, einer enormen Flexibilität und Hilfsbereitschaft anderseits. In ausserordentlichen Zeiten verlangt der operative Alltag von allen Beteiligten besondere Kraftakte ab. Die aktuelle Coronavirus-Krise ist eine solche Zeit. «Der enge Kontakt und intensive Austausch mit unseren Lieferanten ist für die Qualität und Zuverlässigkeit unserer gesamten Dienstleistung seit jeher eine zentrale, strategische Komponente», sagt Domenic Janutin, Leiter Supply Chain und Einkauf. «Und wenn der Alltag einmal aus dem Ruder läuft, wie in den letzten zwei, drei Monaten, dann noch viel mehr.»

Zauberwort Planbarkeit

Um die Lieferkette («Supply Chain») lückenlos und effizient bedienen zu können, müssen zwischen SBB Cargo und den Lieferanten etliche Güter bereit- und Dienstleistungen sichergestellt werden. «Dazu gehören neben Ersatzteilen für Instandhaltungen an unserem Rollmaterial auch etwa die Anmiete von Lokführern oder Aufarbeitungsleistungen bei Dritten», so Janutin. SBB Cargo muss darauf zählen können, dass Lieferanten einerseits hohe Qualitäts- und Pünktlichkeitsanforderungen zu wettbewerbsfähigen Preisen erfüllen können. «Auch erwarten wir eine hohe Agilität, was heisst, dass Lieferanten mit unseren schwankenden Anforderungen umgehen müssen», so Janutin. Planbarkeit heisse das Zauberwort. «Je früher Bedarfsspitzen antizipiert werden, desto besser kann die ganze ‹Supply Chain› den Verhältnissen angepasst und darauf ausgerichtet werden.» Vermieden werden damit sogenannte «Spot-Käufe», da sie eine negative Auswirkung auf Verfügbarkeit sowie Preis haben.

Stockende Lieferungen bei Schutzmaterial

Mit der Corona-Krise geriet dieses fein abgestimmte Supply-Chain-Zahnradsystem zunächst kräftig durcheinander. «Der Bedarf für bestimmte Güter, ganz besonders Schutzmaterial wie Gesichtsmasken, Handschuhe, Reinigungs- und Desinfektionsmittel schoss blitzartig in die Höhe und übertraf die Lieferbereitschaft zu Beginn bei weitem», erklärt Domenic Janutin. Die Folge waren Bedarfsspitzen, die nur über Spot-Käufe gedeckt werden können. «Zeitweise mussten Desinfektionsmittel, Handschuhe oder Masken zu hohen Preisen per Vorauszahlung eingekauft werden ». Dass diese Güter in hoher Zahl zum Teil auf dem Luftweg aus Asien importiert werden mussten, machte sie noch teurer.

Die Krise hat uns hart gefordert, unsere Community und den Teamspirit aber nochmals gestärkt.

Flexibilität, Solidarität und Handlungsfähigkeit bewiesen

«Abgesehen von Schutzmaterial hat sich unsere Supply Chain in dieser heiklen Phase als sehr elastisch erwiesen, womit die Lieferengpässe einigermassen überbrückt werden konnten», sagt Janutin. Zudem habe man in wenigen Fällen auf andere Lieferanten ausweichen können, die bereitstanden. «Letztlich konnten wir die Krise aber zum überwiegenden Teil mit der bestehenden Lieferantenbasis meistern», sagt der Leiter Supply Chain mit Genugtuung. Neben den Lieferanten lobt er auch die Solidarität und riesige Einsatzbereitschaft in seinem Team sowie im Gesamtunternehmen SBB Cargo. Dank des unermüdlichen Einsatzes aller habe man gröbere Unterbrüche verhindern können. «Die Krise hat uns hart gefordert, unsere Community und den Teamspirit aber nochmals gestärkt.»

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.