Automatisierung erhöht Wettbewerbsfähigkeit im Schienengüterverkehr

Anlässlich der Ankunft des «Connecting Europe Express» in Basel haben das Bundesamt für Verkehr (BAV) und Branchenvertreter des Schienengüterverkehrs eine Absichtserklärung vorgestellt, um die digitale automatische Kupplung einzuführen. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern. Damit wird der Schienengüterverkehr wettbewerbsfähiger – was wiederum den Klimaschutz stärkt. Die enge Zusammenarbeit in der Branche, die Abstimmung mit Europa und das grosse Engagement von SBB Cargo sind wichtige Erfolgsfaktoren.

Heute Morgen machte der «Connecting Europe Express» – ein Sonderzug der EU – Halt im Basler Güterbahnhof Wolf. 2021 ist das «Europäische Jahr der Schiene» – eine Initiative, die von der Europäischen Kommission getragen wird. Die Initiative ist Teil der EU-Strategie im Rahmen des Europäischen Green Deal mit dem Ziel, Europa bis 2050 zum ersten CO2-neutralen Kontinent zu machen. Dem Gütertransport auf der Schiene kommt auf diesem Weg eine Schlüsselrolle zu.

Zentral für einen zukunftsfähigen Schienengüterverkehr ist die Automatisierung – insbesondere die digitale automatische Kupplung: Sie ermöglicht sichere und schnellere Abläufe bei der Zugvorbereitung und der Zugbildung sowie eine schnellere und günstigere Zustellung. Das Bundesamt für Verkehr (BAV), der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und der Verband der verladenden Wirtschaft (VAP) haben sich heute darauf geeinigt, darauf hinzuarbeiten, dass alle Wagen und Lokomotiven in der Schweiz mit der digitalen automatischen Kupplung ausgerüstet werden. BAV-Direktor Peter Füglistaler freut sich: «Dies ist ein wichtiger Schritt. Die neue Kupplungstechnologie besitzt das Potential, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs spürbar zu verbessern.»

Wesentlich für Klimaziele

Gleichzeitig haben sich Branche und Bahnen in ganz Europa im September 2021 für einen einheitlichen Kupplungskopf entschieden, mit dem zukünftig europaweit gearbeitet werden soll. Dies ist ein äusserst wichtiger Schritt hin zur Standardisierung. Nur mittels Standardisierung kann die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene im grenzüberschreitenden Güterkehr gesteigert und damit die Erhöhung des Modalsplits erreicht werden. Bis 2030 soll der Modalsplit zugunsten des Schienengüterverkehrs in Europa von 18 auf 30 Prozent steigen.

SBB Cargo leistet im Bereich Automation in Europa Pionierarbeit: Bereits seit Mai 2019 ist die automatische Kupplung in Teilen des Netzes für den kombinierten Verkehr im Einsatz. Im vergangenen Juni wurde gar das ganze Netz des kombinierten Binnenverkehrs umgestellt. Dabei wurden private Wagenhalter als wichtige Partner eng einbezogen. CEO Désirée Baer begrüsst die europäische Einigung sehr: «Damit legen wir eine weitere Grundlage für einen wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehr. Ein solcher ist essenziell, um die staatlichen Klimaziele zu erreichen.» Sie blickt vorwärts: «SBB Cargo will mit ihren Partnern die Modernisierung weiter vorantreiben und so den Schienengüterverkehr als logistisches Rückgrat der Schweiz und Europas stärken.»

Automatische Kupplung – der zentrale Fortschritt

Neben weiteren Automationen wie der automatischen Bremsprobe oder der digitalen Prüflogik ist die automatische Kupplung der zentrale Fortschritt: Dabei werden Wagen und Lokomotiven automatisch zusammengehängt. Dank der digitalen automatischen Kupplung werden künftig auch die Strom-, Daten- und Druckluftleitungen der Güterwagen automatisch miteinander verbunden. Heute erfolgen noch sehr viele Arbeiten manuell: Das Kuppeln und Bremsenüberprüfen ist anstrengend, aufwändig und mit einem langen Fussmarsch rund um den Güterzug verbunden.

Die automatische Kupplung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ein-Personen-Betrieb: Durch die gesteigerte Effizienz wird die Konkurrenzfähigkeit des Schienengüterverkehrs weiter erhöht. Ein weiterer Aspekt ist die Pensionierungswelle der «Baby Boomer», die heute in der personalintensiven Rangierarbeit tätig sind. Die Automatisierung kann diese Pensionierungswelle teilweise auffangen. Durch die neuen Technologien entsteht ein attraktives Berufsbild im Rangierbereich. Zudem wird die Sicherheit erhöht und die Gesundheit der Mitarbeitenden verbessert.

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