Einfacher Umschlag auf die Bahn

Jährlich verbrennen die Kehrichtverbrennungsanlagen in der Schweiz über 6,1 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle. Übrig bleibt Schlacke, die in einer Deponie endgelagert wird. Dank dem Abrollsystem der ACTS AG kommt die Schlacke umweltfreundlich mit der Bahn ans Ziel.

Jährlich fallen in der Schweiz rund 6,1 Mio. Tonnen Siedlungsabfälle an. Pro Kopf sind dies rund 760 kg. In einer von 30 Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) in der Schweiz wird der Abfall verbrannt. Übrig bleiben Schlacke und Asche. Aus 1000 kg Kehricht entstehen 220 kg Schlacke: graues, körniges Material, das einem Sand-Kies-Gemisch ähnelt. Das Material muss in einer Reaktordeponie endgelagert werden, weil es aus dem Wertstoffkreislauf fällt. Und hier kommt SBB Cargo ins Spiel. 

Im Auftrag von ACTS Abroll-Container-Transport-Service AG transportiert SBB Cargo Schlacke von Vernier-Meyrin GE nach Delémont JU. Die Schlacke stammt aus der Kehrichtverbrennungsanlage SIG Genf. Das Ziel ist die rund 200 Kilometer entfernte Reaktordeponie in Boécourt. Der Kanton Genf schreibt bei Transporten ab einer Distanz von mehr als 60 Kilometern die Bahn vor. Weil Abgangs- und Empfangsort keinen Bahnanschluss haben, suchte die Service Industriels de Genève (SIG) eine Transportlösung, bei der Strasse und Schiene kombiniert werden können. Mit ACTS hat SIG einmal mehr die richtige Logistikpartnerin gefunden. Das Abroll-Container-Transport-System von ACTS ermöglicht den schnellen und unkomplizierten Umschlag der Behälter vom Lastwagen auf die Bahn und umgekehrt. «Der Lastwagen benötigt lediglich ein konventionelles Ketten- oder Hakengerät», erklärt Daniel Zumkehr, Geschäftsführer der ACTS AG. «Weitere Hilfsmittel wie Kräne, Rampen oder Umschlagsgeräte sind nicht erforderlich.» Für den Schlackentransport kommen ACTS-Abrollcontainer zum Einsatz. Diese eignen sich neben Schlacke auch für Kies, Sand, Glas und andere schwere Schüttgüter. Ein Behälter hat ein Nutzvolumen von 23 Kubikmeter und eine Nutzlast von bis zu 26 Tonnen. Ein Mitarbeiter belädt mit einem Radlader die Behälter und deckt sie anschliessend mit einer Rollplane sicher und wasserdicht ab. 

Seit diesem Frühling fährt täglich ein Lastwagen sechs bis acht Behälter von Satigny zum Bedienpunkt Vernier-Meyrin. Am Ziel angekommen, verschiebt der Lastwagenchauffeur die Behälter mittels Abrollsystem mühelos auf den Bahnwagen. Anschliessend transportiert SBB Cargo die Schlacke in das rund 200 Kilometer entfernte Delémont. Dort wartet bereits ein Lastwagen für die Fahrt in die Reaktordeponie SEOD in Boécourt.

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