«Ich liebe die sprachliche und kulturelle Vielfalt bei meiner Arbeit»

Vor uns liegt der Rangierbahnhof Basel. Wie bunte Mosaiksteine reiht sich Wagen an Wagen. Woher kommen sie? Und was hat ein Briefkasten mit ihnen zu tun? Julia Stokowy vom Team der Transportadministration Grenze weiss es.

«Die Güterwagen sind aus Frankreich und Deutschland eingetroffen und mit Lebensmitteln, Stahlerzeugnissen und vielem mehr beladen», erzählt Julia Stokowy (34). Sie ist eine von sieben Mitarbeitenden der TA Grenze. TA steht für Transportadministration. Julia und ihre zwei Kolleginnen und vier Kollegen bearbeiten täglich rund 50 Züge des internationalen Wagenladungsverkehrs. Ihre Aufgabe ist es, für jede Import- und Export-Sendung die Fracht-, Zoll- und Begleitpapiere zusammenzustellen und an die internen und externen Zolldeklaranten weiterzugeben. «Wir sind das Bindeglied zwischen Zoll und Güterbahn», erklärt Julia. Für Wagen im Export-Verkehr müssen die Mitarbeitenden zudem anhand der Informationen auf dem Frachtbrief entscheiden, über welche Grenze der Wagen fährt und mit welcher Güterbahn.

Briefkasten im Gleisfeld

Und wenn Züge aus Frankreich oder Deutschland eintreffen, deponiert der Lokführer die Dokumente in einem Briefkasten draussen im Gleisfeld. «Pro Arbeitsschicht gehen wir bis zu dreimal raus und leeren den Briefkasten. Bei Sonnenschein lieber als bei Regen und Schnee», lacht Julia.

Arbeiten im Dreiländereck

Das Telefon klingelt. Der Kollege der deutschen Güterbahn DB Cargo erteilt Julia die Freigabe für einen Wagen mit einer aussergewöhnlichen Sendung nach Karlsruhe. «Aussergewöhnlich heisst, dass der Wagen nicht der Norm entspricht, also zum Beispiel zu breit oder zu hoch ist», erklärt sie und erfasst die Information im IT-System, damit der Wagen ohne Verzögerung nach Deutschland weiterfahren kann.

Julia Stokowy

In Basel ist vor allem die enge Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der französischen SNCF und der deutschen DB Cargo wichtig. Für Julia ein Pluspunkt. «Ich liebe die sprachliche und kulturelle Vielfalt bei meiner Arbeit.» Kein Wunder. Sie ist gebürtige Deutsche, in Luzern aufgewachsen und wohnt mit ihrem Partner und Mischlingshund Aydi in Frankreich.

Die Extrameile für den Kunden

Das Team der TA Grenze arbeitet rund um die Uhr von Montag bis Samstag, jeweils zu zweit. Neben dem Bahnwissen ist vor allem vernetztes und vorausschauendes Denken gefragt. «Mir gefällt an meinem Job besonders, dass ich neben der Routinearbeit immer wieder Sonderfälle lösen muss.» Nicht immer läuft nämlich alles nach Plan. Dann gilt es Nachforschungen anzustellen, Prioritäten zu setzen und Sondermanöver zu organisieren. Das oberste Ziel: Der Wagen soll pünktlich beim Kunden eintreffen! «Hinter jedem Wagen steckt ein Kunde und dafür gehen wir gerne die Extrameile.»

Rangierbahnhof Basel

Laufbahn bei der Bahn

Julias grosse SBB-Erfahrung hilft ihr bei der Arbeit im Rangierbahnhof. Nach der Lehre zur kaufmännischen Angestellten öffentlicher Verkehr (KVöV) bei Login hat sie in Olten als Zugverkehrsleiterin gearbeitet. Nach einem kurzen Abstecher in die Privatwirtschaft ist sie 2014 zur SBB zurückgekehrt, diesmal zu SBB Cargo. Zuerst war sie im Team Operation tätig, vor fünf Jahren wechselte sie zur TA Grenze. Ausschlaggebend für ihren Wechsel nach Basel waren vor allem der internationale Bezug der Tätigkeit und die Nähe zu Deutschland und Frankreich. «Ich bin einfach multikulturell und arbeite gerne mit unterschiedlichen Nationen zusammen», sagt Julia – und stellt die Dokumente für einen Zug nach Mannheim zusammen.

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