Pressefrühstück: Grosser Informationshunger bei den Journalisten

Etliche Journalisten aus der Schweiz, Österreich und Deutschland sind heute morgen der Einladung von SBB Cargo gefolgt. Bei einem gut besuchten Pressefrühstück am Stand der «SwissMovers» stärkten sie sich nicht nur mit Schweizer Spezialitäten, auch der Informationshunger war gross.

Pressefrühstück von SBB Cargo an der TL München
Pressefrühstück von SBB Cargo stösst auf grosses Interesse bei den Journalisten.

Den Fragen der Presse stellten sich CEO Nicolas Perrin, Vertriebschef Daniel Bürgy und Michail Stahlhut, CEO von SBB Cargo International. Von Fragen des Lärmschutzes über Innovationen beim Rollmaterial und die wirtschaftliche Situation bis hin zu den Gründen für den Gewinn eines Grossauftrags von DB Schenker reichte dabei das Spektrum. Im Anschluss besichtigte ein Teil der Journalisten auch noch die neue Hybridlok Eem 923 und liessen sich unter fachkundiger Führung die Details erklären.

Im Mittelpunkt der Einführung von Nicolas Perrin stand die Dreisäulen-Strategie der Schweizer Güterbahn, mit der sie auf die starken Veränderungen in den Märkten und anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen reagiert. «Die Schwerindustrie mit ihren Ganzzügen, für die die Eisenbahn eigentlich ursprünglich gegründet wurde, verliert zunehmend an Bedeutung», nannte der CEO ein Beispiel für die Veränderungen am Markt. Gleichzeitig nehmen die einzelnen Sendungsgrössen tendenziell ab und die zunehmende Globalisierung der Märkte führt zu einem Anstieg der in Containern beförderten Überseefracht. Perrin: «Die Hafen-Hinterlandverkehre werden dadurch langfristig bedeutender, da die Seehäfen den Bahnanteil kontinuierlich steigern.» Neben dem Mengenwachstum wachsen aber auch die Anforderungen an die Flexibilität von Transporten und die Forderung nach Just-in-time-Lieferungen nimmt zu. Dies gilt vor allem für die Kunden aus dem Handel sowie der Ver- und Entsorgung, deren Anteil weiter steigt.

Die Drei-Säulen-Strategie, mit der SBB Cargo auf die neuen Herausforderungen reagiert, hat folgende Bestandteile:

1. Das internationale Geschäft auf der Nord-Süd-Achse von der Nordsee und aus dem Ruhrgebiet nach Italien wurde Anfang 2011 in die Tochtergesellschaft SBB Cargo International ausgegliedert, die gemeinsam mit dem Speditionsunternehmen HUPAC gegründet worden ist. «Unsere Maschine rollt in die richtige Richtung», betonte Michail Stahlhut, CEO von SBB Cargo International. So seien im 1. Quartal 2013 rund 10 Prozent mehr Züge als im gleichen Vorjahreszeitraum gefahren worden. Seit einer Woche habe das Unternehmen auch eine Lizenz für die Niederlande und könne nun seine Züge selbst im Hafen Rotterdam starten. Auch in Deutschland seien neu weitere Standorte wie Stuttgart an das Netz angebunden worden.

2. Für den konventionellen Wagenladungsverkehr (WLV) hat SBB Cargo eine durchgreifende Neuausrichtung umgesetzt. So wurde bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 auf 128 der am schlechtesten ausgelasteten Bedienpunkte im Netz verzichtet. Hier konnten gemeinsam mit den betroffenen Kunden alternative Lösungen erarbeitet werden. Im Ergebnis lassen sich erhebliche Kosten einsparen und 98 Prozent des bisherigen Transportvolumens bleiben trotzdem weiter auf der Schiene.

3. Mit dem Kombinierten Verkehr (KV) innerhalb der Schweiz setzt die Güterbahn auf neue Marktsegmente und langfristiges Wachstum. Statt hier nur als Traktionär unterwegs zu sein, will sich SBB Cargo in Zusammenarbeit mit den Straßentransporteuren stärker in der logistischen Wertschöpfungskette positionieren. «Wir werden in den nächsten Wochen eine zweite Linie für Shuttlezüge zwischen den Schweizer Wirtschaftszentren einrichten», kündigte SBB Cargo-Vertriebschef Daniel Bürgy in München an.

Dieses Netz soll sukzessive auf 10 bis 12 Zugangspunkte ausgebaut werden und eine Anlieferung von Transportgut bis eine halbe Stunde vor Zugabfahrt ermöglichen. Mit nur drei bis vier Haltepunkten auf der Strecke wird dabei eine Pünktlichkeit von plus/minus drei Minuten erreicht. Da in der Schweiz die derzeitige Infrastruktur für den wachsenden Containerverkehr nicht ausreicht, ist nach Auffassung von SBB Cargo eine nationale Terminalstrategie nötig, um die notwendigen Kapazitäten für den Binnenschiff-Schiene- und den Schiene-Schiene-Umschlag aufzubauen. Mit den geplanten Terminals Basel-Nord und dem Gateway Limmattal, in dem Güterzüge von rund 700 Meter Länge abgefertigt werden können, will sich die Schweizer Güterbahn für die Zukunft rüsten.

«Wir haben noch viel in der Pipeline», sagte Nicolas Perrin den Journalisten. Froh sei er, dass der «Konflikt zwischen Schiene und Strasse» in der Schweiz der Vergangenheit angehöre und durch eine engere Kooperation abgelöst werde: «Es geht um ein leistungsfähiges Gesamtsystem, ohne Strassen-Partner funktioniert die Logistik nicht».

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