Warum ohne SBB Cargo niemand in die Ferien fliegt

«Mein Job ist für mich der Vielfältigste und Spannendste von allen», sagt Thomas Roth begeistert. Er ist der Mann, der dafür sorgt, dass unsere Autos fahren und wir im Winter in einer gewärmten Stube sitzen – Brennstoffverkehren sei Dank.

Pro Woche verkehren in der Schweiz rund 80-100 mit Brennstoff beladene Ganzzüge –heisst: sie enthalten Benzin, Diesel, Heizöl oder Kerosin. Dabei macht jeder Bereich etwa je einen Viertel aus. Thomas Roth ist für die Fahrpläne dieser Ganzzüge verantwortlich. In den rund 30 Jahren bei der SBB hat er schon die ganze Bandbreite des Güterverkehrs gesehen. Von der Lehre als Rangiermitarbeiter bis zur Leitstelle in Luzern, zur Wochenplanung in Basel und schliesslich zur Konzeptplanung von Olten aus. Der Brennstoffverkehr hat ihn dabei schon immer besonders interessiert. «Da lebt man im Moment – denn man ist extrem von Aktualitäten abhängig», erklärt Roth. Selbstverständlich spielen auch die enormen Sicherheitsvorkehrungen bei Gefahrengütern eine grosse Rolle in der Planung. «Da gibt es Aspekte wie das genaue Gewicht oder die gedrosselte Geschwindigkeit, die wir sehr genau beachten und einhalten», erklärt Roth.

«Ich bin nur ein kleines Teilchen in einer grossen Kette»
Für den Flughafen Zürich transportiert ChemOil Logistics, die hundertprozentige Tochterfirma von SBB Cargo, täglich rund vier Millionen Liter Kerosin von Deutschland via Basel direkt nach Glattbrugg. Diese werden in Rümlang in speziellen Tanks gelagert und warten dort, bis sie in einen der rund 350 Flugzeuge gepumpt werden, die täglich am Flughafen Zürich starten. «Wenn die Feriensaison beginnt – also schon bald wieder –, dann merken wir natürlich, dass viel mehr Kerosin gebraucht wird», erklärt Thomas Roth, «also fahren wir auch öfter, was natürlich Anpassungen im Fahrplan erfordert.» Schlussendlich sei er aber nur ein kleines Teilchen in einer grossen Kette von Abläufen bis das Kerosin von den Raffinerien in Deutschland bis in Rümlang ankommt. Doch das sei ja genau das Spannende.

Übrigens: Würde in der Transportkette ein Problem auftreten und der mit Kerosin gefüllte Ganzzug nicht fahren können, wären die Tanks am Flughafen nach rund zwei Tagen leer. «Man kann also gut sagen, dass momentan ohne SBB Cargo wohl niemand in die Ferien fliegen würde», witzelt Roth und lacht dabei sympathisch aus dem Herzen heraus.

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