Cargo-Lokführer Järmann: Nach zehn Jahren noch Spass am Job

Lokführer Andreas Järmann (35) freut sich, dass SBB Cargo nach Jahren wieder Lokführer ausbildet. Und er erzählt, was er an seinem Job mag und wie er seinen Beruf vor zehn Jahren erlernt hat.

Andreas Järmann

«Es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht gerne zur Arbeit gehe», sagt Lokführer Andreas Järmann. Er wirkt etwas müde – kein Wunder, hat sein Dienst heute schon um 04h20 in der Früh begonnen. Er führte einen Güterzug von Olten nach Solothurn, sass dann als Passagier in einem Regioexpress nach Yverdon und lenkte von dort einen Güterzug via Langenthal zurück nach Olten.

Jetzt ist es früher Nachmittag, Järmann hat sein Tagwerk vollbracht. Draussen scheint die warme Märzsonne, und wir sitzen im Aufenthaltsraum des Lokführerdepots von SBB Cargo in Olten. Wenn er im Führerstand sitze, gehe die Zeit meist im Nu vorbei, findet er. Die Arbeit macht dem 35-jährigen noch immer Spass, obschon der Druck zugenommen hat. Die Güterzüge fahren schneller als früher, zudem gibt es mehr Signale und Hinweise: etwa die Geschwindigkeitsempfehlungen, die er aus den Betriebszentralen erhält. So wird dafür gesorgt, dass der Verkehr gut rollt und die Züge vor Signalen möglichst wenig zum Stehen kommen.

Järmann hat die Lokführerausbildung vor zehn Jahren in Erstfeld gemacht. Damals durfte er noch Personen- und Güterzüge fahren, heute sind die beiden Sparten getrennt. «Die Ausbildung war sehr anspruchsvoll, wir mussten viel im Selbststudium lernen», erinnert er sich. «Unsere Klasse hielt gut zusammen, wenn mal jemand einen Durchhänger hatte, wurde er von den anderen motiviert.»

Was ist anders beim Führen eines Güterzugs im Vergleich zum Personenzug? «Als Cargo-Lokführer muss man mehr nachts arbeiten, dafür hat man an den Wochenenden meistens frei», weiss Järmann. Zudem ist der Zeitdruck etwas weniger hoch. Es sei natürlich auch ganz ein anderes Gefühl, ob man 2000 oder sogar 2500 Tonnen am Haken der Lok mit sich führe oder bloss 600 Tonnen wie bei einem Personenzug.

Järmann ist in Münsingen in Kanton Bern aufgewachsen und machte zunächst eine Betriebslehre als Rangierer in Bern bei der SBB. Dies entspricht heute der Logistiker-Lehre. Er durfte damals bereits mit Rangierloks fahren, später dann auch mit Streckenloks. Als Kind sei es zwar nie sein Traum gewesen, Lokführer zu werden. Nach und nach sei er aber in die Bahnwelt hineingewachsen. Er freut sich, dass SBB Cargo nach Jahren wieder Lokführer ausbildet. «So bin hoffentlich bald nicht mehr der Jüngste in unserem Team in Olten», sagt er lachend.

Im November beginnen in Olten und Lausanne je eine Ausbildungsklasse als Cargo-Lokführerin und -Lokführer. Interessentinnen und Interessenten wird empfohlen, vor einer Bewerbung zunächst eine Informationsveranstaltung zum Beruf und zur Ausbildung zu besuchen. Am 22. April abends findet ein solcher Infoanlass in Olten statt. Eine Anmeldung dafür ist erforderlich, und hier finden sich auch mehr Informationen zur Ausbildung – sowohl für Lokpersonal des Güter- wie des Personenverkehrs.

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