Portugals Private – Rückbesinnung auf Schienengüterverkehr

Die Schiene ist in Portugal zurück. Nachdem die Privatisierung der CP Carga ausgemachte Sache ist, verbessern die Güteroperateure ihre Ausstattung.

Wegen der wirtschaftlichen Probleme hat die EU das Land Portugal zu drakonischen Sparmassnahmen verpflichtet, wozu die Privatisierung von Staatsunternehmen gehört. Im letzten Jahr wurde CP Carga, die bisher zur staatlichen Comboios de Portugal (CP) gehörte, an den Bahnbetreiber MSC Rail Portugal veräussert, eine Tochtergesellschaft der in Genf domizilierten Reederei Mediterranean Shipping Company.

Portugals

Ein Holzzug von Takargo in Valença mit Holz aus dem spanischen Galizien für die portugiesischen Papierfabriken.
Photo: Christian Bruun

Nach Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörde konnte die Akquisition im Januar 2016 endgültig abgeschlossen werden. Nach jahrelangen Verlustrechnungen wird CP Carga in «Medlog – Transportes e Logística» umbenannt und mit hohen Investitionen zur führenden Güterbahn in Portugal und Spanien aufgerüstet. Die Gesellschaft bedient mit Ganzzügen und Wagenladungen das gesamte portugiesische Streckennetz.

Gegenwärtig stehen für die Traktion moderne elektrische Lokomotiven von Siemens der Baureihen 5600 (Eurosprinter) sowie 4700 zur Verfügung. Die Diesellokomotiven wie die Baureihe 1900, hergestellt von Alstom in den 1980er Jahren, sind hingegen veraltet.

Konkurrenz im Duett
Die Offensive von MSC Rail mit CP Carga wird die Konkurrenz mit Takargo verschärfen. Die Takargo hat 2008 als erste private Güterbahn Portugals den Betrieb aufgenommen und steht im Besitz des Mota-Engil-Baukonzerns. Die Gesellschaft konzentriert sich auf Ganzzüge vorwiegend zwischen Portugal und Spanien. Mit der spanischen Comsa Rail Transport wurde unter der Bezeichnung Ibercargo ein Joint Venture abgeschlossen.

Über Valença und die Linha do Minho werden Holzzüge vom spanischen Galizien nach den portugiesischen Papierfabriken bei Figueira da Foz geführt. Über die Linha da Beira Alta und Vilar Formoso werden Papier und Stahl nach spanischen Destinationen wie El Espartal (Aragon) und Sagunto transportiert. Hinzu kommen noch Ganzzüge mit Chemie und Baustoffen im portugiesischen Binnenverkehr.

Im Dezember 2015 erhielt Takargo den Auftrag für den Transport von Flugtreibstoff von der Raffinerie in Sines zum Flughafen Faro in Südportugal. Mit einer Million beförderten Nettotonnen war 2015 das bisher erfolgreichste Jahr.

Das äussere «Markenzeichen» von Takargo sind die sieben leistungsfähigen Diesellokomotiven des Typs Euro 4000. Ein Grund für diese Wahl sind auch die Zustellmanöver bei den Industrien.

Doch hat die durchgehende Dieseltraktion das Fahren langer Strecken unter Fahrdraht zur Folge. Das gilt auch für die Linha da Beira Alta von Pampilhosa nach Vilar Formoso mit 20 Promille Steigung. Mit dem Modernisierungsprogramm der portugiesischen Regierung werden die Elektrifizierungslücken zudem immer kürzer.

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International Transport Journal
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