Neat und Gotthard-Bergbahn: Doppelstrategie der Alpentransversale

Der Bundesrat hat in jüngsten Verlautbarungen deutlich gemacht, dass zumindest bis 2025 Neat und Gotthard parallel ihren Platz in der künftigen Strategie zur Alpenquerung haben. Mittel werden für die Neat bereitgestellt, Kostensenkungen sollen hingegen auf der Gotthard-Strecke erfolgen. Unsicherheit besteht in der Frage des künftigen Bedarfvolumens.

Investitionen und Kostensenkungen liegen im ewigen Wechselspiel nicht nur in Privatunternehmen. Aus den jüngsten Äusserungen des Schweizer Bundesrats lässt sich ablesen, wie aus seiner Sicht die künftige Strategie in der Alpenquerung aussehen wird. Für den Neat-Basistunnel wird der Verpflichtungskredit erhöht, während die Eisenbahn-Bergstrecke auch nach 2016 weiter betrieben werden soll.

Foto_45-46_S28
Bauarbeiten im Gotthard-Basistunnel

Gesamtkosten unverändert?

Der Bundesrat hat Ende Oktober den Neat-Verpflichtungskredit der Achse Gotthard um ca. 532 Mio. CHF erhöht. Damit sollt ein Teil der aufgelaufenen Teuerung und der Mehrwertsteuer für die Strecke finanzierungsseitig aufgefangen werden. Diese Summe addiert sich zu den 23,03 Mrd. CHF, die Parlament und Bundesrat bereits an Verpflichtungskrediten seit Projektbeginn ausgesprochen haben.

An den realen Baukosten und den bisher kommunizierten Gesamtkosten ändert sich nach Aussage des Bundesrates nichts: die Neue Eisenbahn-Alpentransversale soll mit ca. 18,5 Mrd. CHF (Preisstand 1998 exkl. Teuerung, Mehrwertsteuer und Bauzinsen) an Gesamtkosten den bewilligten realen Kredit von 19,1 Mrd. CHF nicht vollständig ausschöpfen. Berücksichtigt man Teuerung, Mehrwertsteuer und Bauzinsen, belaufen sich die Neat-Gesamtkosten unverändert auf ca. 24 Mrd. CHF.

Neat: Kostenentwicklung und Zeitplan

Der Bundesrat folgt der optimistischen Ansicht im Bericht der Neat-Aufsichts-delegation von März 2014, in der zu lesen ist, dass «sich mit dem Projektfortschritt die Sicherheit bezüglich der Einhaltung von Terminen und Kosten weiter erhöht hat.» Die Kostenentwicklung seit 1998, die sich auf ein Mehr von 6,3 Mrd. CHF gegenüber dem Anfangsplan beläuft, wird auf Projektänderungen zur Verbesserung der Sicherheit und Anpassungen an den Stand der Technik zurückgeführt.

Am Zeitplan, der die Inbetriebnahme des Gotthard Basistunnels auf Dezember 2016 terminiert hat, wird festgehalten.

Die Zukunft der Eisenbahnstrecke

Am 8. Oktober hat der Bundesrat in der Antwort auf ein Postulat von Ständerat Isidor Baumann klargemacht, dass auch nach 2016 die Eisenbahn-Bergstrecke erhalten bleibt. Die jährlichen Betriebskosten von ca. 50 Mio. CHF sollen aber gesenkt und die Nachfrage auf der Strecke bis 2025 überprüft werden.       cd

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.