Rotes Sofa der DVZ: Nicolas Perrin blieb keine Antwort schuldig

Zu Gast auf dem «berühmtesten Möbel  der Messe»: SBB Cargo CEO Nicolas Perrin gab auf dem roten Sofa der «Deutschen Verkehrszeitung» (DVZ) Antworten zum  Gotthard-Basistunnel, zum Lokführerstreik in Deutschland und zum Gefahrgutunfall in Daillens. 

Nicolas Perrin (rechts), CEO von SBB Cargo.
Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo (rechts).

DVZ-Redaktor Sven Bennühr,  nach eigenem Bekenntnis Nicht-Bahnexperte, hatte sich gut auf das Interview vorbereitet und sprach alle heissen Themen an, die zur Zeit in der Diskussion sind. Nicolas Perrin konterte souverän. Beispielsweise auf die Forderung, die Güterbahn aus dem SBB-Konzern herauszulösen. «Dafür gibt es derzeit keine Notwendigkeit», antwortete der CEO von SBB Cargo, der sich persönlich «sehr wohl» im SBB-Verbund fühlt. Er verwies auf die erfolgreiche Sanierung der Güterbahn, die nur dank  der grossen Unterstützung durch die Mutterfirma möglich gewesen sei. «Aber wir sind natürlich offen für strategische Kooperationen, wenn das Sinn macht», unterstrich Perrin.

Auch bei der geplanten Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels habe sich die enge Zusammenarbeit aller Konzernbereiche bisher bestens bewährt. So sehen die gemeinsam beschlossenen Trassenpläne eine grössere Kapazität für den Güterverkehr vor – und «dabei wird es auch bleiben», reagierte Nicolas Perrin auf eine entsprechende Nachfrage.

SBB Cargo geht 2017 in der Schweiz mit einem völlig neuen Angebot und erweiterten Kapazitäten im Binnenverkehr an den Start, um die Vorteile der Bahn noch besser auszuspielen. Der Tunnel stelle dabei einen «Riesenschritt nach vorne» zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Schiene dar. Voraussetzung für eine tatsächliche Erhöhung der Transportkapazitäten im Nord-Süd-Korridor sei aber auch die Ertüchtigung der Infrastruktur auf den Zulaufstrecken in Deutschland und Italien.

Dass die aktuelle Stärke des Franken gegenüber dem Euro langfristig die Entwicklungspläne der Schweizer Güterbahn gefährden könnte, glaubt Perrin nicht. Kurzfristig mache zwar die «extreme Geschwindigkeit» der Kursänderung SBB Cargo zu schaffen – wie den meisten anderen Schweizer Unternehmen auch. «Wir werden aber auch diese Herausforderung meistern», zeigte sich der Güterbahnchef im Interview optimistisch.

Auf die kürzliche Entgleisung eines Gefahrguttransports in Daillens in der Westschweiz angesprochen, zeigte er sich offen für eine Verschärfung der Sicherheitsstandards: «Hier dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern müssen die Regeln in den verschiedenen Bereichen des Gesamtsystems überprüfen und weiterentwickeln». Trotzdem sei die Bahn immer noch das sicherste Verkehrsmittel für den Transport von gefährlichen Gütern.

Und natürlich spielte auch der aktuelle Lokführerstreik in Deutschland eine Rolle bei dem Frage-und-Antwortespiel auf dem roten Sofa. Sicher mache der sich auch in der Schweiz bemerkbar, schliesslich – so Nicolas Perrin – sei Deutschland der wichtigste Handelspartner des Alpenlandes. Solche Konflikte schadeten der gesamten Branche. In der Schweiz mit ihrer ausgeprägten Sozialpartnerschaft und Mitbestimmungsregeln versuche man es erst gar nicht soweit kommen zu lassen. «Da sind Sie ja zumindest an diesem Punkt auf der sicheren Seite», bescheinigte Sven Bennühr seinem Talk-Gast.

Der Link zum Interview erfolgt, sobald dieses online ist.

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