Brückenschlag zwischen Natur- und Klimaschutz

Das Containerterminal Gateway Basel Nord soll auf einer Fläche entstehen, die seltenen Tieren und Pflanzen ein Zuhause bietet. Um den Eingriff in die Natur möglichst gering zu halten, sind Ersatzlebensräume sowie eine Naturbrücke durch das Terminal geplant.

Ende der 80er-Jahre hat die Deutsche Bahn den Betrieb auf dem Badischen Rangierbahnhof in Basel eingestellt. Seit der Stilllegung ist auf dem gut 20 Hektar grossen Areal zwischen Schienen und Schotter ein schützenswertes Trockenwiesen- und Weidenbiotop entstanden. Seltene Bäume, Sträucher und Blumen sowie Tierarten wie Heuschrecken, Schnecken und Reptilien haben sich in diesem Lebensraum niedergelassen.

An diesem speziellen Ort geraten Klimaschutz und Naturschutz miteinander in Konflikt. Denn mit dem Gateway Basel Nord soll hier ein trimodales Containerterminal zwischen Bahn, Schiff und Strasse entstehen. «Das Projekt ist ein wichtiger Pfeiler für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene – also auch für die Reduktion von CO2-Emissionen und den Klimaschutz», sagt Martin Haller. Als Verwaltungsrat der Gateway Basel Nord AG betreut er das Projekt vonseiten SBB Cargo. «Auch wenn das Areal im kantonalen Richtplan für die Logistiknutzung bestimmt ist, nehmen wir unsere Verantwortung für die Biodiversität sehr ernst», so Haller. Die Planungskosten für die Naturschutzmassnahmen sind inzwischen gleich hoch wie für die Planung des Terminals selbst.

Um den Eingriff in die Natur möglichst gering zu halten, sind verschiedene Ersatzmassnahmen geplant: Auf einer Fläche von mindestens 4000 Quadratmetern soll eine Naturbrücke über das Lastwagenterminal und das geplante Hafenbecken 3 führen. «Damit bleiben Wanderkorridore für Tiere offen», sagt Martin Haller. «Ein grosser Teil des Areals bleibt zudem Schiene und Schotter, so wie es auch auf dem Badischen Rangierbahnhof der Fall war.» Im heutigen Nutzwald in der Hard Pratteln, dem Rangierbahnhof Muttenz und aus Ackerland bei den Langen Erlen entstehen durch ökologische Aufwertungsmassnahmen neue, wertvolle Lebensräume. Die Ersatzflächen sind mit 45 Hektaren rund viermal so gross wie das künftige Containerterminal.

Nach seiner Fertigstellung wird Gateway Basel Nord das grösste Containerterminal der Schweiz sein. Die geplante Naturbrücke wird dann nicht nur Lebensräume miteinander verbinden – auf einer Terrasse sollen Besuchende hautnah das Miteinander von Natur und Logistik erleben können.

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