«Die Eisenbahnen müssen grenzüberschreitend zusammenarbeiten»

Fernand Rippinger, CFL cargo

Der Einzelwagenladungsverkehr hat Zukunft, wenn die Bahnen zusammenarbeiten, sagt Fernand Rippinger, CEO der luxemburgischen Güterbahn CFL cargo. Das Unternehmen ist 2006 durch einen Joint Venture zwischen der nationalen luxemburgischen Eisenbahngesellschaft CFL und dem Stahlunternehmen Arcelor Mittal entstanden. CFL cargo gehört wie SBB Cargo der Allianz Xrail an.

Die Bahn erreicht in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern überdurchschnittliche Marktanteile. Ist die Schweiz für Sie ein Vorbild?
Fernand Rippinger: Der überdurchschnittliche Marktanteil des Schienengütertransportes in der Schweiz ist natürlich ein Vorbild für uns. In Luxemburg sowie überall in Europa gibt es viele Bemühungen, den Anteil vom Schienengütertransport im Modalsplit zu erhöhen, um die Strassen zu entlasten. Auch der luxemburgische Staat unterstützt aktiv alle Projekte, die das Ziel haben, Güterverkehr von der Strasse auf andere Transportmittel zu verlagern.

Der Einzelwagenladungsverkehr ist international stark unter Druck, einige Länder wie Italien haben ihn abgeschafft. Hat er noch Zukunft?
Fernand Rippinger: Der Einzelwagenladungsverkehr ist für uns weiter zukunftsfähig, denn ohne ihn würden in Europa die anderen Transportnetze überlastet und den Kollaps riskieren. Auch wenn die aktuell per Einzelwagenladungsverkehr transportierten Volumen relativ niedrig sind, würde deren Verlagerung auf die Strasse diesen Transportweg total überlasten.
Wie wir bereits im Zusammenhang der Xrail-Allianz festgestellt haben, kann die Effizienz des Einzelwagenladungsverkehrs gesteigert und vor allem die Qualität dieser Dienstleistung verbessert werden, wenn die Eisenbahnen grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Ein aktuelles Beispiel ist die Erweiterung der Xrail Netzabdeckung nach Norditalien, wo zwei Allianz-Partner (DB Schenker Rail und Rail Cargo Group) sich dazu verpflichten, die Xrail Standards im Einzelwagenladungsverkehr einzuhalten und gegebenenfalls zu erweitern.

Was müssen Güterverkehrsunternehmen tun, um sich fit für die Zukunft zu machen?
Fernand Rippinger: Sie müssen ihre internen Strukturen so anpassen und optimieren, dass sich damit die Leistungsfähigkeit auf nationaler Ebene wesentlich verbessert. Auf internationaler Ebene ist eine enge Kooperation mit Partnern genauso wichtig wie die Anpassung der internen Strukturen: nicht nur um wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern auch um flexibel zu sein und dem Kunden massgeschneiderte paneuropäische Transporte anbieten zu können.

Die jüngste Ausgabe vom Cargo Magazin beleuchtet die Frage «Schienengüterverkehr – Vorbild Schweiz?».

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