Eine Webseite und ein Jubiläum

Bruno Lämmli befährt seit 1991 als Lokführer bei SBB Cargo die Gotthard-Bahnstrecke durch die Alpen und schreibt hier im Blog mehrere Gastbeiträge.

Bei der Wahl meiner Themen für die Gastbeiträge in diesem Weblog kam die Idee, einen Text von meiner Homepage zu benutzen. Dort beschreibe ich, wie vor 60 Jahren die ersten elektrischen Mehrsystemzüge der SBB in Betrieb kamen. Diese kennen wir als RAe TEE II.

TEE steht für den Trans Europ Express, der als Nachfolger der legendären Expresszüge in der Nachkriegszeit durch Europa brauste. Damals gab es auch einen elektrischen Triebzug der SBB, der durch alle Länder fahren konnte – egal, was für eine Spannung dort die Fahrleitung hatte. Eine Eigenschaft, die moderne Fahrzeuge vor Güterzügen heute auch besitzen. Aber vor 50 Jahren war das eine grosse Herausforderung für die Erbauer. Am RAe TEE II kam daher auch ich bei der Wahl von Themen für meine Website nicht vorbei.

Damit hätte es sich aber auch schon, denn die TEE-Züge gehören längst der Vergangenheit an. Nur, da war einmal ein Lokführer, im Depot Erstfeld der SBB stationiert. Der hatte mit diesem Zug nicht viel zu schaffen und war oft sogar froh, wenn er nicht kam oder als er wieder aus dem Bahnhof verschwand. Aber dieser Lokführer dachte sich eines Tages, dass so eine kleine private Homepage nicht schlecht wäre. Das Experiment begann mit Freunden und den lieben Eltern. Die Versuchskaninchen halfen, wo sie konnten und so wuchs die Seite und wurde mit der Zeit immer bekannter.

Dann kam die erste Vorstellung einer Lokomotive, die erste Tourbeschreibung und zuletzt wurde aus der Seite ein grosses Nachschlagewerk für viele Leserinnen und Leser. So geplant war das nie, die Seite war und ist eigentlich nur ein Experiment. Das war eigentlich auch der Text zu diesem Zug, der nun auf dieser Seite steht und der in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert. Der berühmt wurde, weil er überall fahren konnte. Etwas, was heute selbst Güterzüge ohne Probleme schaffen. Nur, vor 50 Jahren war das schon fast ein Wunder. Ein Experiment, das man als gelungen bezeichnen könnte.

Genauso wie die Diesellokomotive Bm 6/6, die sogar mit der Leistung angepasst werden konnte. Das hatte dieses Meisterwerk den heutigen Exemplaren voraus. Denn Lokomotiven, die einen zweiten Dieselmotor haben und den sie nach Belieben ein- oder ausschalten können, sind immer noch selten. Aber die Bm 6/6, die sogar noch etwas älter als der TEE ist, schaffte das schon vor über 50 Jahren.

Allzuviele Worte will ich dazu aber nicht mehr verlieren. Warum? Ganz einfach, Sie können das alles auf www.lokifahrer.ch selber nachlesen. Denn dort geht das Experiment noch weiter, abbrechen liegt vermutlich jetzt nicht mehr drin.

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