Luino-Sperre: Zusätzliche Herausforderung für den internationalen Güterverkehr.

Seit zwei Monaten ist die Strecke über die Luino-Linie für den Güterverkehr gesperrt. Trotz geplanter Verkehrsumleitung über die Lötschberg-Simplonachse kommt es auf beiden Nord-Süd-Achsen zu Verkehrsengpässen. Eine kurzfristig einberufene Taskforce der SBB und Ferroviaria Italiana (RFI) prüft nun Möglichkeiten, nächtliche Baustellen zu verschieben. Damit dem Güterverkehr ab September mehr Kapazität zur Verfügung steht.

Damit die Ausbauten für den 4-Meter-Korridor für den Güterverkehr realisiert werden können, ist die Luino-Achse (Luino–Novara) seit dem Juni 2017 bis zum Fahrplanwechsel Ende Jahr gesperrt. In Absprache mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) werden während dieser Zeit rund 160 Züge über die Lötschberg-Simplonachse via Domosossola umgeleitet. Der italienische Netzbetreiber RFI hat hierfür im Vorfeld Leistungssteigerungen bereitgestellt. SBB und RFI haben gemeinsam ein ausgeklügeltes Bauphasenprogramm abgestimmt, damit auch während der Totalsperre genügend Kapazitäten im gesamten Korridor vorhanden sind.

Verschiebung von Baustellen für mehr Gütertransporte.

Nun zeigt sich nach zwei Monaten laufender Sperre, dass sich die Transportnachfrage viel besser entwickelt, als es von den Cargo-EVU erwartet wurde. Durch die hohe Auslastung der Lötschbergachse führt jede Störung im Betriebsablauf zu Rückständen, die nicht mehr zeitgerecht aufgeholt werden können. Für die Cargo-EVU besteht somit das Risiko, Kunden an die Strasse zu verlieren. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die SBB eine Taskforce eingerichtet, um kurzfristig Lösungen zu erarbeiten und die Situation zu verbessern: Ab September soll gemeinsam mit RFI auf Bauarbeiten in einzelnen Nächten verzichtet werden, damit eine genügend hohe Anzahl Züge ungehindert via Chiasso verkehren kann. Die SBB passt die bereits geplanten Umbauarbeiten in Chiasso den neuen Bedürfnissen an und verschiebt diese auf einen späteren Zeitpunkt. In den nächsten Tagen finden die dazu notwendigen Abstimmungen statt, um ab Anfang September die schwierige Situation spürbar zu entspannen. Ob die Bauarbeiten noch weiter eingeschränkt werden müssen, wird aufgrund der Entwicklungen auf dem Korridor laufend geprüft.

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