Täglich transportiert SBB Cargo 1800 Tonnen Material vom Bözberg ab.

Seit dem 7. Mai 2018 transportiert SBB Cargo im Auftrag von SBB Infrastrukutur in drei Zügen täglich 1800 Tonnen Ausbruchmaterial von Schinznach Dorf nach Wildegg. 500 000 Tonnen Material gelangen so bis Ende Mai 2019 zum Kalksteinbruch Oberegg und werden von Jura Cement zur Renaturierung verwendet. Heute wurde das Konzept des Abtransports bei einer Medienbegehung vor Ort erklärt.

SBB Cargo hat für dieses Grossprojekt eine Transportlösung entwickelt, die überzeugender als die ursprünglich angedachte Strassenvariante war. Stefan Heeb als Verantwortlicher der Bauprojekte des Vertriebs und Ronald Gressani aus der Abteilung Business Development konnten mit Ihrem ausgefeilten Konzept den Auftraggeber SBB Infrastruktur voll überzeugen. Die zentralen Aspekte waren die Einhaltung der Auflagen von Seiten des Kanton Aargau, der betroffenen Gemeinden und dem Bundesamt für Verkehr (BAV), die Umweltfreundlichkeit und die Nachhaltigkeit. Aber auch die konkurrenzfähigen Preise von SBB Cargo konnten überzeugen. Durch das passgenaue Transportkonzept können 54 000 Lkw-Fahrten auf kantonalen Strassen mit dem Durchfahren von mehreren Dörfern vermieden werden. Der Energieverbrauch ist bei der Bahnlösung sechsmal tiefer und die CO2 Bilanz ist insgesamt fast 50 mal umweltfreundlicher als beim Strassentransport.

Rund 500 000 Tonnen Ausbruch über Brugg nach Wildegg.

Das Ausbruchmaterial des Bözbergtunnels, das beim Hauptvortrieb mit einer Tunnelbohrmaschine angefallen ist, wird per Förderband ins Zwischenlager Elbis eines Kies- und Betonwerks transportiert und dort zwischengelagert. 6 Monate nach dem Durchschlag wird das überschüssige Ausbruchmaterial per Förderband, welches jetzt in die andere Richtung läuft,  zur Verladeanlage am Portal Schinznach befördert  und per Bahnwagen nach Wildegg transportiert. «Diese Lösung ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten; da der Tunnelausbruch unabhängig vom Abtransport erfolgt. In einem Störungsfall ist der Bahnabtransport nicht beeinträchtigt und erfolgt erst noch ökologisch», fasste Heeb heute vor den Medien zusammen. Die Verladung des Ausbruchmaterials auf die Bahn erfolgt in Schinznach-Dorf unmittelbar beim Südportal des neuen Bözbergtunnels. Mit ca. 780 Zügen wird SBB Cargo bis Juni 2019 die rund 500 000 Tonnen Ausbruch über Brugg nach Wildegg transportieren. In Wildegg wird das Gestein entladen und in Verantwortung der Jura Cement Fabriken per Förderband zur Wiederauffüllung Oberegg transportiert und dort zur Renaturierung des Steinbruchs eingelagert.

Ende 2020 ist der 4-Meter-Korridor fertiggestellt.

Im Rahmen des Ausbaus der Strecke von Basel bis ins Tessin zu einem 4-Meter-Korridor ist der Bau des neuen Bözbergtunnels das grösste Einzelprojekt. Der Spatenstich zum Bau des Eisenbahntunnels Bözberg erfolgte am 9. März 2016. Bei der Realisierung des 350 Millionen Franken Projekts werden ca. 850 000 Tonnen Ausbruchmaterial anfallen. Davon wiederum werden ca. 500 000 Tonnen deponiert. Zum Vergleich: Die grössten Massengutfrachter auf den Weltmeeren haben derzeit eine maximale Ladekapazität von 400 000 Tonnen und eine Länge von 362 m und eine Breite von 65 m.

Mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels erfolgt Ende 2020 auch die Fertigstellung des 4-Meter-Korridors, der durchgängig von Basel bis Chiasso den Transport von Containern bis zu einer Eckhöhe von vier Metern erlaubt.

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